Die Aufrechterhaltung des Leitzinses SELIC durch das geldpolitische Komitee der Zentralbank führte zu starken Kritiken / Copyright: COPOM
Die Aufrechterhaltung des Leitzinses SELIC durch das geldpolitische Komitee der Zentralbank führte zu starken Kritiken / Copyright: COPOM

Die Aufrechterhaltung des Leitzinses SELIC durch den geldpolitischen Ausschuss der Zentralbank führte zu starken Kritiken.

Am vergangenen Mittwoch (03.09.) ist die Entscheidung des geldpolitischen Ausschusses COPOM (Comitê de Política Monetária) der brasilianischen Zentralbank gefallen, den Leitzins SELIC bei elf Prozent jährlich zum dritten Mal in Folge beizubehalten. Daraufhin reagierten Vertreter der Industriebranche und des Finanzsektors mit starken Kritiken. Der Nationale Industrieverband CNI, der Industrieverband des Bundesstaates São Paulo FIESP und der Nationale Arbeiterverband des Finanzwesens CONTRAF argumentierten für eine Senkung des Leitzinses. Der Finanzmarkt rechnet allerdings mit einem gleichbleibenden Leitzins bis Ende des Jahres 2014.

Nach Angaben des CNI würde die Aufrechterhaltung des Leitzinses die Schwierigkeiten der brasilianischen Industrie verlängern und der Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Aktivitäten entgegenwirken. Für den CNI sei eine stetige Reduzierung des Leitzinses wichtig, damit wieder neu investiert, der Konsum steigen und damit das Wachstum der Industrie gewährleistet werden kann. Auch der FIESP stufte die Ankündigung als „Fehler“ ein. Die Daten des Bruttoinlandsproduktes des dritten Quartals hätten bewiesen, dass die brasilianische Wirtschaft stagniert. Im Falle der Fertigungsindustrie sei dies noch schlimmer, da der Rückgang im dritten Quartal der vierte in Folge war.

Auch bei den Investitionen zeigten sich ähnliche Tendenzen. Der CONTRAF schloss sich der Meinungen an und bestätigte, dass die Entscheidung das Wirtschaftswachstum abbremsen und negative Auswirkungen auf Angestellte mit möglicher Arbeitslosigkeit haben würde. (ds)