Kommunikationsminister Paulo Bernardo / Copyright: Agência Brasil

Kommunikationsminister Paulo Bernardo / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianische Kommunikationsminister Paulo Bernardo ist der Meinung, dass Firmen, die Breitbandverbindungen für die Internutzung in Brasilien anbieten wollen, stärker investieren müssen.

Die Steigerung der Verbindungsqualität des Internets wird derzeit im ganzen Land diskutiert. Bis Oktober werde die Brasilianische Agentur für Telekommunikation ANATEL (Agência Nacional de Telecomunicações) neue Regelungen genehmigen, die mit Beginn des nächsten Jahres in Kraft treten. Laut der Regelungen müssen Firmen mit mehr als 50.000 Kunden ihren Konsumenten im Monat durchschnittlich mindestens 60 Prozent der Internet-Geschwindigkeit zur Verfügung stellen, die vertraglich vereinbart wurde.

Brasilianische Firmen kritisieren das allerdings, da sie nun stärker in diesem Bereich investieren müssen. Die Verkaufszahlen steigen immer weiter und in einigen Fällen seien sie nicht in der Lage, die verlangte Qualität zu gewährleisten, so Bernardo.

Um die Qualität des Breitbandes zu verbessern, werde die Regierung in Kürze sogenannte „Spezielle Regelungen zur Besteuerung des Nationalen Programms für Breitband“ (Regime Especial de Tributação do Programa Nacional de Banda Larga) herausgeben, die eine Steuerreduzierung von vier Milliarden Reais bis 2016 vorsehen. Man hoffe, dass mit dieser Steuerbefreiung eine Erhöhung der Investitionen in Breitbandnetze um 20 Milliarden Reais in den nächsten vier Jahren generiert werden.

Bernardo teilte mit, dass dieses Regelpaket in Form eines Gesetzentwurfes an den Nationalkongress weitergeleitet werden solle. Das Kommunikations- und Finanzministerium habe sich bereits geeinigt. Nun fehle nur noch die Entscheidung der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff, die sich mit dem Projekt beschäftigen wird, sobald sie aus New York zurück ist.

Der Minister kommentierte außerdem die neue Gesetzgebung für Fernsehverträge, die letzte Woche von der Präsidentin bewilligt wurde. Seiner Meinung nach werde die neue Gesetzgebung ermöglichen, dass die Anzahl von Lizenzen steigt, besonders auch bei Kleinunternehmen, die diesen Service anbieten wollen.

Die ANATEL bekam bereits ca. 700 Lizenzanfragen. Tendenziell werde die Nachfrage weiter steigen, so dass außer den Telekommunikationsunternehmen zusätzlich 300 Kleinunternehmen in das Geschäft eintreten. Das werde das Angebot erhöhen, die Konkurrenz anregen, für den Konsumenten eine größere Auswahl ermöglichen und zur Verringerung der Preise führen. (ds)