Einkaufszentrum in Jaú, São Paulo / Copyright: Wikipedia, GNU, J. R. da Fonseca

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Laut der Stiftung Getulio Vargas (Fundação Getulio Vargas, kurz: FGV) wird es in Brasilien einen Wandel im Konsumverhalten der verschiedenen sozialen Schichten geben. Die Personen, die noch vor etwas mehr als einem Jahrzehnt mit starken Einschränkungen lebten, werden zum Großteil am Wirtschaftswachstum des Landes beteiligt sein.

Zu verdanken sei diese Entwicklung der Erhöhung der Einkommen der sogenannten Klasse D, Personen die zwischen 705 und 1.126 Reais (ca. 295,6 bis 472 Euro) monatlich verdienen, etwas mehr als zwei Mindestlöhne. Bereits ab nächstem Jahr wird es in dieser Schicht einen Anstieg im Konsumverhalten geben. Laut Rechnungen der Wirtschaftszeitung Brasil Econômico könne der Wert von 400 Milliarden Reais (rund 167,7 Milliarden Euro) im Jahr 2012 übertroffen werden, was einen Anstieg von 15 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010 darstellt.

Brasilianer der D-Klasse spüren diese Veränderungen bereits, so dass ihre Löhne nun mehr als zum Überleben ausreichen. Die Vereinfachung der Zahlung mittels Kredit- und Debitkarten trägt außerdem zum Konsumanstieg bei.

Auch Renato Meirelles, Co-Direktor des Forschungsinstituts Data Popular, sieht diesen Entwicklungen positiv entgegen und ist der Meinung, dass es in Brasilien bis 2014 endlich keine Klasse E (niedrigste Einkommensklasse) mehr geben wird. Außerdem seien die Möglichkeiten zu sozialem Aufstieg in den untersten Bevölkerungsschichten immer größer. Es gäbe ca. 800.000 neue Universitätsstudenten der Klasse D. Mehr Menschen würden in den Arbeitsmarkt einsteigen können. Diese Tendenz zeige sich vor allem in der Klasse D.

Der Co-Direktor des Quorum Brasil, Cláudio Silveira, sieht voraus, dass sich in zwei Jahren auch das Kaufverhalten der Klasse D geändert haben wird. Anders als die Klasse C würde die Klasse D eher darauf achten, keine Finanzierungsverträge abzuschließen und schuldenfrei zu bleiben. Die Klasse D würde hauptsächlich Güter zur Komfortsteigerung anvisieren. Bereits 60 Prozent der Menschen konnten sich ein neues Auto kaufen und 72 Prozent wollen eine eigene Immobilie erwerben. (ds)