Brahma wird von der gleichnamigen brasilianischen Brauerei hergestellt - ob die Steuererhöhung auf die Endverbraucher umgelegt wird?
Brahma wird von der gleichnamigen brasilianischen Brauerei hergestellt - ob die Steuererhöhung auf die Endverbraucher umgelegt wird?

Brahma wird von der gleichnamigen brasilianischen Brauerei hergestellt – ob die Steuererhöhung auf die Endverbraucher umgelegt wird?

Das Finanzamt Brasiliens hat am vergangenen Dienstag (29.4) eine Anpassung bei der Berechnung der Steuersätze PIS, des Cofin und der Steuer für Industrieprodukte (IPI) veröffentlicht. Die Änderungen betreffen Bier, Soda-, Energie-, isotonische und andere Erfrischungsgetränke. Dem Vorsitzenden des Finanzamt Carlos Alberto Barreto zufolge ist das Ziel, eine Verschiebung aufgrund von Preiserhöhungen in den vergangenen zwei Jahren auszugleichen.

Mit den Anpassungen, die im Juni in Kraft treten, sollen die Kosten der ausgewählten Getränke im Durchschnitt um rund 1,3 Prozent steigen. Barreto erwartet außerdem bis Dezember eine Erhöhung bei den Steuereinnahmen von 1,5 Milliarden Reais.

Zu der Frage, ob das Ziel der Anpassung sei, die zusätzlichen Ausgaben von ungefähr vier Milliarden Reais für das Konto zur Energieentwicklung (Conta de Desenvolvimento Energético, kurz: CDE) zu kompensieren, sagte Barreto, dass es sich um eine äußerst technische Maßnahme handele. Die letzte Anpassung der Tabelle habe im Mai 2012 stattgefunden auf Basis der Preise vom Oktober 2011. Von Mai 2012 bis zum Februar diesen Jahres habe es allerdings einen Preisanstieg bei Bier um 23 Prozent und bei Erfrischungsgetränken um 19,2 Prozent gegeben. Neben der Anpassung auf die neuen Preise diene die Entscheidung aber auch dazu, die erhöhten Energieausgaben zu kompensieren, gab Barreto zu.

Anfang April hatte das Finanzamt bereits die Veränderung des Multiplikators für die Besteuerung von Bier, Soda-, Energie- und anderen Erfrischungsgetränken angekündigt, was nach Erwartungen mit einem durchschnittlichen Preisanstieg von 0,4 Prozent und Steuermehreinnahmen von 200 Millionen Reais einhergeht. Damals hatte das Amt auch zugegeben Untersuchungen gemacht zu haben, wie durch die Steueranpassung auch die Kosten von vier Milliarden Reais kompensiert werden können.

Laut Carlos Alberto Barreto liegt die mögliche Auswirkung der Anpassung auf die Inflation bei 0,02 Prozent. Er glaubt jedoch, dass die Veränderungen von der Getränkeindustrie aufgefangen werden können ohne diese auf den Endverbraucher umzuwälzen. Im Fall, dass der Endverbraucher die Anpassung mittragen müssen, liegt der Preisanstieg bei den 15 bekanntesten Marken bei 0,05 Reais. Bei den 600 Milliliter-Flaschen alkoholischer Getränke gäbe es einen Preiseinstieg um 0,12 Reais. (ls)