Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega / Copyright: Agência Brasil

Als provisorische Maßnahme (Medida provisória, kurz MP) beschloss die brasilianische Regierung die Besteuerung aller Termingeschäfte bis zu 25%. Damit soll der Wertverlust des Dollars verhindert werden. Betroffen sind insbesondere die Derivate, die den Wechselkurs und den Wert des Dollars beeinflussen. Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega erklärte, dass die Spekulanten es auf den Fall des Dollars ansetzten und davon profitierten.

Weiterhin wurden dem so genannten Nationalen Währungsrat (Conselho Monetário Nacional, kurz CMN) zusätzliche Kompetenzen eingeräumt. So kann das Gremium, dem der Finanzminister vorsteht, zukünftig die Bedingungen aufstellen, welche die Verhandlungen der Termingeschäfte bestimmen.

Nach dem in Kraft treten der Maßnahme am gestrigen Tag stieg der Dollar um 2% an und war 1,56 Real wert, während am vergangenen Dienstag mit 1,53 Real noch das Rekordtief der letzten zwölf Monate gemessen wurde. Als Ursache für den Sturz des Dollars wird die Diskussion um das Haushaltsdefizit der USA angeführt. Ebenfalls am vergangenen Dienstag forderte Barack Obama, die Verschuldungsgrenze der Vereinigten Staaten Amerikas zu erhöhen.

Die Reaktionen auf die provisorische Maßnahme fielen unterschiedlich aus. Der Analyst Tony Volpon, der für die New Yorker Firma Nomura Securities zu emerging markets forscht, kritisierte den Eingriff und prognostizierte, dass die Besteuerung den Markt der Hedgegeschäfte zerstören werde.

Der Präsident der brasilianischen Zentralbank (Banco Central) Alexandre Tombini widerlegte dies und erklärte, dass ausländische Firmen weiterhin in Brasilien investierten und nicht von dieser Maßnahme betroffen seien. Des Weiteren kündigte er an, dass der Nationale Währungsrat auch in Zukunft Maßnahmen wie diese einführen werde, um den Sturz des Dollars zu vermeiden und die finanzielle Stabilität Brasiliens zu sichern. (gp)