Präsidentin Dilma Rousseff bei der Verabschiedung des Programms Supersimples / Copyright: Agência Brasil

Präsidentin Dilma Rousseff bei der Verabschiedung des Programms Supersimples / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff hat gestern (10.11.) im Präsidentenpalast, dem sogenannten Palast der Hochebene (Palàcio do Planalto), in Brasília das Gesetz erlassen, welches die Einnahmengrenzen von brasilianischen Mikro- und Kleinunternehmen um im Schnitt rund 50% erhöht, damit sie im Steuervereinfachungsprogramm Supersimples („Super Einfach“) aufgenommen werden können.

Das Programm Supersimples vereint folgende Steuern in einer einzigen Zahlung: Einkommensteuer (Imposto de Renda da Pessoa Jurídica, kurz: IRPJ), Industrieproduktsteuer (Imposto de Produtos Industrializados, kurz: IPI), Sozialabgaben (Programma de Integração Social, kurz: PIS/PASEP), Beitrag zur Finanzierung von Gesundheitswesen, Sozialversicherung und Sozialarbeit (Cofins), Beitrag auf Nettogewinn (CSLL), Arbeitgeberanteil, Mehrwertsteuer (ICMS) und Dienstleistungssteuer (ISS).

Bis heute sind 5,6 Millionen Unternehmen und 1,7 Millionen Einzelunternehmer im Programm angemeldet, welches zum Ziel hat, die Zahlung von Steuern zu vereinheitlichen und zu vereinfachen. Durch die neue Regelung können bis zu 30.000 Kleinunternehmen berücksichtigt werden, die bisher vom Programm Supersimples ausgeschlossen waren.

Für Mikrounternhemen sind die Obergrenzen der jährlichen Bruttoeinnahmen, um innerhalb des Supersimples zu bleiben bzw. aufgenommen zu werden von 240.00 (ca. 100.000 Euro) auf 360.000 Reais (etwa 150.000 Euro) angehoben worden. Für Kleinunternehmen steigt der Wert von 2,4 Millon (rund eine Millionen Euro)  auf 3,6 Million Reais (ca. 1,5 Millionen Euro). Für Einzelunternehmer steigen die Einnahmen von 36.000 (etwa 15.000 Euro) auf 60.000 Reais (rund 25.000 Euro). Auch für Exportfirmen wird der Satz auf 7,2 Millionen Reais (ca. drei Millionen Euro) angehoben.

Laut dem brasilianischen Finanzminister, Guido Mantega, bedeutet dies eine Verringerung der Kosten für Kleinunternehmer bei besseren Konditionen, um konkurrenzfähiger sein zu können. Er schätzte weiterhin, dass mit dem neuen System eine höhere Quote von Beschäftigung erzielt werden könne. Die Maßnahme würde die Stärkung der brasilianischen Unternehmen und die Wettbewerbsfähigkeit der nationalen Industrieerzeugnisse, verglichen mit den importierten, vergrößern, so Mantega. (jv)