Erdölarbeiter der Petrobras streiken gegen den Verkauf von Unternehmensanteilen. / Copyright: Agência Brasil Erdölarbeiter der Petrobras streiken gegen den Verkauf von Unternehmensanteilen. / Copyright: Agência Brasil

In Brasilien haben am Sonntag (01.11.) mehrere Tausende Angestellte und Arbeiter des staatlichen Mineralölkonzerns Petrobras auf unbestimmte Zeit die Arbeit niedergelegt. Medienberichten zufolge traten die Arbeiter von Raffinerien und Bohrinseln in den Ausstand. Sie folgten damit dem Aufruf des größten Dachverbands von Gewerkschaften der Erdölindustrie, der Federação Única dos Petroleiros (FUP).

Der Streik richtet sich gegen einen weiteren Ausverkauf der Petrobras und damit staatlicher und öffentlicher Werte, so die FUP. Insgesamt 57,7 Milliarden US-Dollar plant Petrobras durch den Verkauf von Aktien bis 2019 einzunehmen, schreibt die Zeitung Valor Econômico. Zuletzt hatte der Verwaltungsrat des Unternehmens dem Verkauf von 49 Prozent seiner Gassparte (Gaspetro) an Mitsui Gás e Energia do Brasil für 1,9 Milliarden Reais (ca. 450 Mio. Euro) zugestimmt, so Agência Brasil.

Rund 120 Milliarden US-Dollar beträgt derzeit der Schuldenberg der Petrobras, worauf das Unternehmen neben dem Verkauf mit einer Ausgabenbremse reagiert. Um rund 500 Milliarden Reais (etwa 120 Mrd. Euro) sollen die Investitionen der Petrobras in den kommenden Jahren zurückgefahren werden, berichtet die FUP in einer Mitteilung.

Neben dem Stopp des Ausverkaufs der Petrobras fordern die Gewerkschaften zudem eine Gehaltserhöhung von zehn Prozent sowie einen Inflationsausgleich. Das letzte Angebot von Petrobras sah eine Lohnsteigerung von 8,1 Prozent vor, so der Valor.

Der Streik war beschlossen worden, nachdem die Vertreter von Petrobras einer Anhörung vor dem Arbeitsgericht in Rio de Janeiro am Donnerstag (29.10.) ferngeblieben waren. Die Entscheidung zum Streik ist nach 100 Verhandlungstagen gefallen. Die Arbeitsniederlegungen lähmten bereits die Produktion von Petrobras. Insbesondere die Förderung und Verarbeitung von Rohöl sind betroffen. (ms)

Quellen: Agência Brasil und Valor Econômico