Der brasilianische Sportminister Aldo Rebelo und der FIFA-Koordinator der WM 2014, Jérôme Valcke / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianische Sportminister Aldo Rebelo und der FIFA-Koordinator der WM 2014, Jérôme Valcke / Copyright: Agência Brasil

Eigentlich müsste man meinen, dass Brasilien als Ausrichter der Fußballweltmeisterschaft 2014 derzeit einen sehr guten Draht zur FIFA und vor allem deren Führung hat, schließlich ist die WM in 2014 ein wichtiges Ereignis für die größtenteils fußballbegeisterten Brasilianer. Allerdings ist der „Tritt in den Hintern“, den der FIFA-Koordinator der Fußballweltmeisterschaft Jérôme Valcke den brasilianischen Organisatoren geben will, nicht unbedingt förderlich für die weitere Zusammenarbeit zwischen der FIFA und den Organisatoren der WM in Brasilien. Auf einer Tagung der FIFA am Freitag sprach Valcke nicht nur von diesem Tritt, den Brasilien benötige um voranzukommen, sondern er kritisierte dabei auch das derzeit noch anhängige Gesetz zur Fussballweltmeisterschaft (Lei Geral da Copa) und die langsamen Fortschritte im Bau der Stadien.

Die Verantwortlichen der brasilianischen Seite reagierten bereits noch am Freitag auf diese Äußerungen Jérôme Valckes mit der Forderung nach einem neuen Koordinator, dessen volles Vertrauen die brasilianische Seite haben kann. Der brasilianische Sportminister Aldo Rebelo bezeichnete die Äußerungen Valckes als unpassend sowie anmaßend und hat bereits angekündigt mit dem FIFA-Präsidenten Joseph Blatter Gespräche über einen neuen Koordinator führen zu wollen. Gleichzeit hat Jérôme Valcke bereits angekündigt, am 12. März wieder nach Brasilien zu reisen, um die Vorbereitungen zur Fussballweltmeisterschaft weiter zu begleiten.

Der brasilianische Sportminister Aldo Rebelo hat aber bereits angekündigt, den FIFA-Koordinator nicht empfangen zu wollen. Er könne sich nicht mit Jérôme Valcke unterhalten, wenn dieser unvorsichtige und ungelegene Äußerungen in die Welt setze, so der Sportminister. Der FIFA-Koordinator bezeichnete die Aussage Aldo Rebelos als kindisch, da die Äußerungen, die er getroffen habe, der Wahrheit entsprächen und die Dinge einfach noch nicht richtig auf den Weg gebracht sind. Vor allem die endlose Diskussion um das WM-Gesetz, so Jérôme Valcke, zeigen doch, wie wenig vorangebracht wurde. Vor allem dass die Vorlage des Gesetzes zur Fussball-WM noch nicht einmal den Ausschuss des Parlaments verlassen hat, um weiter verhandelt zu werden, ist für den FIFA-Koordinator die Bestätigung seiner Vorwürfe.

Allerdings beteuerte Jérôme Valcke auch, dass die FIFA keinen Plan B habe, um ausweichen zu können. Er sei sich sicher, so Jérôme Valcke, dass Brasilien die Infrastruktur und die Kapazitäten habe, um so ein Event wie die Fussball-WM in 2014 zu schaffen. (mas)