Recycling-Fabrik im Bundesstaat São Paulo / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, A. Perugini
Vorerst ruhen die Bauarbeiten an der Anlage im argentinischen Mendoza. / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, A. Perugini

Vorerst ruhen die Bauarbeiten an der Anlage im argentinischen Mendoza. / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, A. Perugini

Das juristische Nachspiel um die Entscheidung des brasilianischen Rohstoffförderers Vale zur Stilllegung der Bauarbeiten einer Kalium-Mine im argentinischen Rio Colorado, Mendoza, spitzt sich zu. Nachdem bereits ein Gericht vergangenen Freitag (15.03.) geurteilt hatte, dass vorerst keine Angestellten entlassen werden dürften, entschied das argentinische Arbeitsgericht am Mittwoch (20.03.), dass das Minenunternehmen Vale und dessen Subunternehmen keine Gerätschaften oder Baumaschinen von der Fläche entfernen noch mit dem Rückbau beginnen dürften. Damit folgte das Gericht dem Antrag der argentinischen Bauarbeitergewerkschaft (União Operária da Construção da República Argentina).

Der Vale-Konzern hatte bereits am 22.12. des vergangenen Jahres inmitten der Bauarbeiten an der Mine bekannt gegeben, diese nicht weiterzuführen und die Subunternehmen dazu aufgerufen, die Angestellten wieder zu entlassen. Jedoch waren bereits mit rund 6.500 Personen Verträge für die Förderung, das Verladen und den Transport nach Brasilien abgeschlossen worden. Die Suspendierung der Baumaßnahmen erfolgte zudem, als bereits 2,2 Milliarden US-Dollar (circa 1,7 Milliarden Euro) investiert waren. Ursprünglich sah das Projekt Investitionen von 5,9 Milliarden US-Dollar (rund 4,5 Milliarden Euro) vor.

Der Rückzug aus dem Projekt wurde mit gestiegenen Kosten, der Inflation, einer fehlenden Wechselkursstabilität und einem Preisfall von Kalium auf dem Weltmarkt begründet. Diese Faktoren ließen die Kosten auf geschätzte 10,9 Milliarden US-Dollar (rund 8,4 Milliarden Euro) steigen. Um die Ausgaben gering zu halten, gab es laut dem Unternehmen 15 Gespräche mit dem argentinischen Infrastrukturminister, Julio de Vido. Laut der Regierung forderte die Vale in diesen Gesprächen Steuererleichterungen von drei Milliarden US-Dollar (circa 2,3 Milliarden Euro). Eine Einigung gab es offensichtlich nicht. (ms)