Der Generalsekretär der staatlichen Strombehörde Aneel, Romeu Rufino. / Copyright: Agência Brasil

Der Generalsekretär der staatlichen Strombehörde Aneel, Romeu Rufino. / Copyright: Agência Brasil

Strom wird in Brasilien drastisch teurer. Ab dem heutigen Montag, 02. März 2015, wird der Strompreis landesweit um durchschnittlich 23,4 Prozent angehoben. Dies beschloss die Bundesbehörde für elektrische Energie (Agência Nacional de Energia Elétrica, kurz: Aneel) am Freitag (27.02.). Die Behörde reagiert damit auf die erhöhten Energiekosten in Folge der Engpässe bei der Stromversorgung, die aus der Dürreperiode in großen Teilen des Landes resultiert.

Die Maßnahme der sofortigen Preisanhebung solle sicherstellen, dass es zum Jahresende nicht zu millionenfachen Nachzahlungen kommt und die Stromanbieter von finanziellen Risiken befreit würden. Die Regelung gelte für insgesamt 58 Energieversorger. Diese könnten nun die hohen Stromkosten direkt an den Endverbraucher weiterreichen, wie die Zeitung Valor Econômico (27.2.) berichtet.

Ersten Rechnungen der Aneel zu Folge summierten sich die Mehrkosten für Energie in diesem Jahr auf 22,057 Milliarden Reais (etwa 6,9 Milliarden Euro). Da die Stromversorgung aus Wasserkraft durch die ausbleibenden Niederschläge vielerorts durch dein Einsatz von herkömmlichen Energiequellen wie Erdgas oder Erdöl ersetzt werden musste, fielen für deren Ankauf unerwartete Kosten in Milliardenhöhe an. Zusätzlich seien im Wert von vier Milliarden Reais (etwa 1,25 Milliarden Euro) 46 Prozent der Leistung des Staudamms Itaipu von Paraguay abgekauft worden.

Die Mehrbelastung treffe die Menschen landesweit jedoch sehr unterschiedlich. Während die Menschen in den Bundesstaaten im Süden, Südosten und Zentrum-Westen des Landes für ihre Stromrechnung ab so sofort 28,7 Prozent mehr begleichen müssten, falle die Preiserhöhung mit 5,5 Prozent im Norden und Nordosten des Landes deutlich geringer aus, so der Valor Econômico. (ms)

Quelle: Valor Econômico