Empregada doméstica, die Hausangestellte. Ein durchaus übliches Bild in einem brasilianischen Haushalt / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, lijjkkoo

Empregada doméstica, die Hausangestellte. Ein durchaus übliches Bild in einem brasilianischen Haushalt / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, lijjkkoo

An sich ist es schon ein Kuriosum: Im Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird per internationaler Definition der Vereinten Nationen (UN) die gesamte wirtschaftliche Leistung eines Landes erfasst. Personen, die jedoch ausschließlich den häuslichen Pflichten nachgehen, sind aus dieser Rechnung ausgeschlossen, es sei denn es sind Hausangestellte, die von der Familie bezahlt werden. Dies trifft vor allem Frauen, denn die Mehrheit der Personen die zu Hause arbeiten – und damit offiziell nicht arbeiten – ist weiblich. Eine neue Studie der Bundesuniversität von Rio de Janeiro (Universidade Federal Fluminense, kurz: UFF) hat über den Zeitraum von 2001 bis 2010 die aktuellen Zahlen zur häuslichen Arbeit in Brasilien ermittelt.

So verbringen brasilianische Frauen im Durchschnitt mehr als doppelt so viel Zeit mit Hausarbeit als männliche Brasilianer. Die durchschnittliche monatliche wirtschaftliche Leistung beträgt nach ihren Berechnungen rund 1.500 Reais (ca. 575 Euro) pro Monat.  Die wirtschaftliche Leistung der Haushaltsarbeit entspricht über den gesamten betrachteten Zeitraum hinweg relativ konstant 12,76 Prozent des jeweiligen BIP.

Ziel der Studie ist es, neben der Veröffentlichung der Zahlen einen Beitrag zur internationalen Diskussion um die Berechnung des BIP beizutragen. In vielen Ländern gibt es bereits solche Berechnungen zum wirtschaftlichen Beitrag der Haushalte. Ziel vieler dieser Initiativen ist, durch eine Einbeziehung häuslicher Arbeit in die Berechnung, diese auch sozial besser sichtbar zu machen und ihren Wert zu benennen. In Brasilien, einem Land, in dem Hausangestellte in bestimmten Schichten noch heute als normal angesehen werden, ist der Begriff Arbeit für die anfallenden Aufgaben im Haushalt auch etwas üblicher – zumindest wenn die Arbeit von Anderen erledigt wird. (mas)