Nichtregierungsorganisationen fordern die Sensibilisierung für Umweltprobleme / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Fatura
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Nichtregierungsorganisationen fordern die Sensibilisierung für Umweltprobleme / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Fatura

In São Paulo wurde gestern (28.11.) von Vertretern des Programms Água Brasil (wörtlich: Wasser Brasilien) eine Studie vorgestellt, die belegt, dass Brasilianer sich wenig für Umweltfragen interessieren. Nur sieben Prozent der Befragten gab an, dass Themen wie Müllentsorgung, Klimawandel oder Wasserverschmutzung akute Probleme  sind, die dringend gelöst werden müssen. Das Interesse der meisten befragten Brasilianer gilt den Umfrageergebnissen nach vor allem sozialen Fragen. Die gravierendsten Probleme sind demnach das Gesundheitssystem, Arbeitslosigkeit, Hunger, Korruption und öffentliche Schulbildung.

Für den Koordinator des WWF Brasiliens, Fábio Cidrin Gama, weisen die Ergebnisse der Studie darauf hin, dass eine Sensibilisierung der Menschen für Umweltthemen stattfinden müsse. Es sei notwendig, den Menschen klar zu machen, dass Dinge wie die korrekte Müllentsorgung die Pflicht eines jeden Bürgers ist, erklärt Gama. Der Koordinator zeigte sich jedoch erfreut darüber, dass viele Brasilianer einer Mülltrennung generell zustimmen würden. Gleichzeitig beklagte er jedoch, dass in vielen Haushalten das Wissen über eine korrekte Müllentsorgung, geschweige denn über Mülltrennung, fehle.

Die Umfrage zeigte außerdem, dass immer noch die Hälfte aller Brasilianer denken, die Verantwortung der Müllentsorgung liege bei den zuständigen Entsorgungsunternehmen. Rund zwölf Prozent sehen die jeweilige Stadtverwaltung als Verantwortlichen an. Lediglich ein kleiner Bruchteil sieht die adäquate Entsorgung des Mülls als Verpflichtung der einzelnen Haushalte an. Abgesehen von der vorbildlichen Intention verschiedener Organisationen, ein besseres Bewusstsein für Umweltproblematiken zu schaffen, bleibt jedoch die Frage, inwiefern man die Sensibilisierung einer Gesellschaft fordern kann, die zu großen Teilen mit noch deutlich substantielleren Problemen wie hoher Arbeitslosigkeit und Hunger zu kämpfen hat. (sg)