Fallrohre des binationalen Wasserkraftwerks Itaipu an der Grenze zwischen Brasilien und Paraguay / Copyright: Wikimedia Commons

Fallrohre des binationalen Wasserkraftwerks Itaipu an der Grenze zwischen Brasilien und Paraguay / Copyright: Wikimedia Commons

Eine aktuelle Studie zum geplanten brasilianischen Staudamm Belo Monte, welche gestern (11.12.) von den Autoren präsentiert wurde, beleuchtet die Alternativen zum Bau des Wasserkraftwerk hinsichtlich ihrer ökonomischen und ökologischen Nachhaltigkeit. Ergebnis der von der Studiengruppe des Elektrosektors (Grupo de Estudos do Setor Elétrico, kurz: Gesel) an der föderalen Universität von Rio de Janeiro  (Universidade Federal do Rio de Janeiro, kurz: UFRJ) durchgeführten Untersuchung ist, dass sowohl andere mögliche alternative Erzeugungsmöglichkeiten einen größeren negativen Umwelteinfluss hätten, wie auch die Kosten für die Alternativen höher als die des Staudammprojekts Belo Monte liegen würden. Auch die Energiesicherheit in Bezug auf das prognostizierte Wachstum des Energieverbrauchs in Brasilien in den kommenden Jahren ist am effizientesten mit dem Wasserkraftwerk zu realisieren.

Die beiden Autoren der Studie, die Professoren Nivalde José de Castro und André Luis da Silva konnten in der Untersuchung der unterschiedlichen alternativen Energiequellen wie Windenergie, Biomasse und Solar ebenfalls zeigen, dass Brasilien ein sehr großes Potenzial an alternativen Energien aufweist. Bezogen auf die sozialen und umweltbezogenen Kosten kommt die Studie für den Staudamm Belo Monte auf Kosten von 3,3 Milliarden Reais (rund 1,4 Milliarden Euro). Absehbare soziale und umweltbezogene Kosten für ein mögliches Heizkraftwerk beliefen sich nach dieser Studie auf rund 24 Milliarden Reais (rund 9,9 Milliarden Euro).

Die Bauplanung hat seit mehr als einem Jahr zahlreiche Proteste von Umweltorganisationen und von indigenen Gruppen hervorgerufen, da sie den Eingriff in die Natur des Amazonas für zu groß halten. Auch die Risiken für Mensch und Umwelt durch ein so gigantisches Staudammprojekt am Amazonas sind den Protestierenden ein Dorn im Auge. Der Staudamm Belo Monte soll am Rio Xingu im Bundesstaat Pará gebaut werden und hat eine geplante Leistung von rund elf Gigawatt. Damit wäre Belo Monte das größte brasilianische Wasserkraftwerk. Das bislang größte Wasserkraftwerk in Lateinamerika ist mit 14 Gigawatt derzeit das binationale Kraftwerk Itaipu am Grenzfluss Paraná zwischen Brasilien und Paraguay, welches hälftig den Strom an Paraguay und Brasilien liefert. (mas)