Logo der Getulio Vargas Stiftung / Copyright: FGV

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Die soziale Ungleichheit Brasiliens ist auf ihrem historischen Tiefstwert angelangt. Dies teilte gestern (07.03) der Ökonom, Marcelo Neri, von der brasilianischen Stiftung Getulio Vargas (Fundação Getulio Vargas, kurz: FGV) mit.

Es ist das Ergebnis der gestern publizierten Studie „Zurück in das Land der Zukunft“ („De Volta ao País do Futuro”), in der die neue Mittelschicht Brasiliens analysiert wurde, und aus der hervorgeht, dass die soziale Ungleichheit im Land seit elf Jahren kontinuierlich abnimmt.

Der Gini Index, der die Ungleichheit misst, setzt sich aus drei verschiedenen Studien zusammen und sein Wert variiert zwischen Null und Eins. Im Vergleich zum Jahr 2011 (0,595) liegt dieser heute bei 0,519.

Laut dem Bericht, ist auch die Armut gesunken: allein zwischen Januar 2011 und Januar 2012 um 7,9 Prozent. Marcelo Neri wies darauf hin, dass die Reduzierung der Armut momentan drei Mal schneller verlaufe, als es in den Millenium-Entwicklungszielen Vereinten Nationen angestrebt worden war. Seit 1960 war die Ungleichheitsquote nicht mehr so gering wie heute. Damit findet sich das Land in einer gegensätzlichen Entwicklung verglichen mit vielen anderen Schwellen- und Industrieländern wieder.

Die Studie wagte auch einen Ausblick: wenn die Ungleichheit weiterhin in derselben Geschwindigkeit sinken würde, würde die Klasse C (entspricht einem Familieneinkommen zwischen 1.734 und 7.475 Reais (etwa 753 und 3.245 Euro), der heute ca. 55,5 Prozent der Bevölkerung angehören, bis zum Jahr 2014 auf 60,1 Prozent der Gesamtbevölkerung anwachsen. Der Studie zufolge sind zwischen 2003 und 2011 etwa 40 Millionen Personen von der Klasse D in die Klasse C aufgestiegen.

Trotz dieser positiven Bilanz wies der Ökonom darauf hin, dass sich Brasilien noch immer unter den zwölf Ländern der Welt befindet, in denen am meisten Ungleichheit vorherrscht.

Die positiven Ergebnisse seien besonders der öffentlichen Politik zur Armutsreduktion zu verdanken, sowie der Tatsache, dass die Brasilianer weniger Kinder bekämen und mehr Kinder an Schulen angemeldet würden. Denn Marcelo Neri zufolge spiele Bildung, bei diesem Ergebnis und für ein positives Zukunftsszenario, die wichtigste Rolle. (jv)