Studie zu indigener Bevölkerung Brasiliens

13.08.2012 | Politik |
Die Guaraní bilden in Brasilien die zweitgrößte indigene Gruppe / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Roosevelt Pinheiro/ Abr

Die Guaraní bilden in Brasilien die zweitgrößte indigene Gruppe / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Roosevelt Pinheiro/ Abr

Das Brasilianische Institut für Geografie und Statistik (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística, kurz: IBGE) hat in diesen Tagen eine umfassende Studie zu den Lebensbedingungen der indigenen Bevölkerung veröffentlicht. Die Daten waren im Rahmen der Volkszählung im Jahr 2010 erhoben worden. In Brasilien leben derzeit 305 verschiedene Ethnien, die 274 unterschiedliche Sprachen sprechen.

Aus der Studie geht hervor, dass 40 Prozent der indigenen Bevölkerung, knapp 380.000 Menschen, rund 12,5 Prozent der Fläche Brasiliens für sich beanspruchen. Die größte indigene Gruppe, die Tikuna, lebt im Norden Brasiliens im Amazonasgebiet. Die Gruppe besteht aus ca. 46.000 Menschen. Größenmäßig folgen die Guarani Kaiowá mit 43.000 Mitgliedern, die vor allem im Bundesstaat Mato Grosso do Sul angesiedelt ist.

Nach Informationen des IBGE sprechen ca. 37,4 Prozent der Indigenen eine einheimische ursprüngliche Sprache. Dabei sprechen vor allem diejenigen eine native Sprache, die in einer Region wohnen, die überwiegend von Indigenen bevölkert wird. Die Studie des IBGE ergab außerdem, dass 16,3 Prozent der indigenen Menschen kein Portugiesisch sprechen.

Zehn Prozent der indigenen Bevölkerung haben laut IBGE keine Schulausbildung erhalten und sind Analphabeten. Der Wert hat sich jedoch seit 2000 von 26,1 Prozent auf 23,3 Prozent reduziert. Der Professor der Bundesstaatlichen Universität von Rio de Janeiro (Universidade Federal do Rio de Janeiro, kurz: UFRJ), João Pacheco Oliveira, sprach sich im Rahmen der Studie für eine intensivere Politik hinsichtlich einer Integration der verschiedenen indigenen Ethnien aus. Ob die Regierung die erhobenen Daten nutzt und ihre Integrationspolitik danach ausrichtet, bleibt zukünftig abzuwarten. (sg)


Sie interessieren sich für weitere Details zu diesem Thema? Beauftragen Sie den BrasilNews-Business-Recherche-Service (nur für Unternehmen). Weitere Informationen zu dieser Dienstleistung sowie ein Angebot erhalten Sie per Email: recherche@brasilnews.de