Die brasilianische TAM will zehn Prozent des Personals kündigen. / Copyright: Agência Brasil
Die brasilianische TAM will zehn Prozent des Personals kündigen. / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische TAM will zehn Prozent des Personals kündigen. / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Fluggesellschaft TAM kündigte am gestrigen Dienstag (30.07.) an, bis zu 1.000 Angestellte zu entlassen. Damit reagiert die TAM auf die starken Verluste sowie ihr deutlich reduziertes Flugangebot. Vergangenes Jahr flog das Unternehmen einen Verlust von 1,2 Milliarden Reais (rund 400 Millionen Euro) ein.

Laut der Nationalen Luftfahrtagentur (Agência Nacional de Aviação Civil, kurz: Anac) bot die TAM im Juni dieses Jahres 10,7 Prozent weniger Flüge an als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Das Flugpersonal soll nun an die Anzahl Flüge angepasst werden. Die Gewerkschaft des Flugpersonals (Sindicato Nacional dos Aeronautas, kurz: SNA) kündigte laut der brasilianischen Tageszeitung Estado de São Paulo vom 31.07.2013 „ein hartes Spiel“ an. „Unser Ziel ist es, dass es zu keiner einzigen Entlassung kommt“, so der Vorsitzende der SNA, Marcelo Ceriotti. Würden tatsächlich 1.000 Stellen gestrichen, wären dies zehn Prozent der Gesamtbelegschaft. Bereits gestern hatte es einen ersten Streik am Flughafen Congonhas in São Paulo gegeben, an dem sich Piloten und Stewardessen gleichsam beteiligten.

Von der schwierigen Auftragslage sei aber die ganze Branche betroffen, so der Präsident des Verbandes der Fluggesellschaften (Associação Brasileira das Empresas Aéreas, kurz: Abear), Eduardo Sanovicz. Das Jahr 2013 sei mit seinem geringen Wirtschaftswachstum von 2 bis 2,5 Prozent ein schwieriges Jahr für die Flugunternehmen. Man sei von vier Prozent Wachstum ausgegangen. Da zwei Drittel der Inlandspassagiere Geschäftsreisende sind, bedeute weniger Wachstum auch weniger Passagiere, so Sanovicz von der Abear. Letztlich kommt noch die Verteuerung des US-Dollar von zwei auf derzeit 2,27 Reais pro US-Dollar hinzu. Dies schlage sich unweigerlich in den Ausgaben für Kerosin nieder. (ms)