ThyssenKrupp mit Schwierigkeiten auf dem amerikanischen Kontinent. Hier die Zentrale in Deutschland. / Copyright: Press-Release
ThyssenKrupp mit Schwierigkeiten auf dem amerikanischen Kontinent. Hier die Zentrale in Deutschland. / Copyright: Press-Release

ThyssenKrupp mit Schwierigkeiten auf dem amerikanischen Kontinent. Hier die Zentrale in Deutschland. / Copyright: Press-Release

Wie jetzt bekannt wurde, hat ThyssenKrupp endlich einen Abnehmer für sein Stahlwalzwerk im US-Bundesstaat Alabama sowie Teile des brasilianischen Eisenerz-und Stahlunternehmens Companhia Siderúrgica do Atlântico (CSA) mit Sitz und Anlagen im Bundesstaat Rio de Janeiro gefunden. Knapp 2,5 Milliarden US-Dollar (rund 1,9 Milliarden Euro) bietet das brasilianische Montanunternehmen Companhia Siderúrgica Nacional (CSN) unter dem Geschäftsführer Benjamin Steinbruch für das US-Werk und 33 Prozent des CSA-Konzerns.

Für die Finanzierung seien bereits eine Milliarde US-Dollar (rund 763 Millionen Euro) durch die Banken Bradesco und Banco do Brasil sichergestellt, wie die brasilianische Tageszeitung Folha de S. Paulo in der Online-Ausgabe vom gestrigen Sonntag (05.05.) berichtete. Einen Kredit in Höhe von 800 Millionen Reais (rund 300 Millionen Euro) könnten von der brasilianischen Entwicklungsbank, Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social (BNDES), kommen.

Dem Verkauf von Anteilen durch ThyssenKrupp an die CSN muss aber noch das brasilianische Minenunternehmen Vale zustimmen, das 27 Prozent an der zu verkaufenden CSA hält. Dem deutschen Konzern gehören die restlichen 73 Prozent. Diese wollte das Unternehmen aufgrund der schwierigen Marktlage und Fehlkalkulationen bei seiner Expansion auf den amerikanischen Kontinent ursprünglich vollends veräußern. Rund 3,8 Milliarden US-Dollar (rund 2,9 Milliarden Euro) waren für das Komplettpaket gefordert. Nun soll vorerst ein Teil, also die 33 Prozent, abgetreten werden.

Zuvor war das italienisch-argentinische Unternehmen Techint als Favorit für den Kauf des US-Werkes sowie der CSA gehandelt worden. Techint zog sich jedoch vergangene Woche von weiteren Verkaufsgesprächen zurück. Sowohl das Stahlwalzwerk in den USA als auch der brasilianische Konzern CSA werden seit letztem Jahr von ThyssenKrupp zum Verkauf angeboten. Der Konzern sah sich dazu gezwungen, nachdem sein 2010 eröffnetes Stahlwerk in Baía de Sepetiba im Bundesstaat Rio de Janeiro mit Verzögerungen und Problemen an die Produktion ging und Verluste einfuhr. Auch die schwindende Nachfrage nach Stahl in den USA führte zu gravierenden Problemen bei ThyssenKrupp. (ms)