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Das Unternehmen ThyssenKrupp hat für sein Werk in Baía de Sepetiba, im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro, laut Luiz Claudio Castro, einem der Geschäftsführer, noch immer keine dauerhafte Lizenz. In Brasilien agiert das deutsche Unternehmen in einem Joint-Venture mit dem brasilianischen Bergbaukonzern Vale (ehemals Companhia Vale do Rio Doce) unter dem Namen Companhia Siderúrgica do Atlântico (kurz: CSA).

Gegenwärtig arbeitet ThyssenKrupp nur mit 80 Prozent seiner Kapazität und produziert drei Millionen, statt der möglichen fünf Millionen Tonnen Stahlplatten jährlich. Die vorläufige Betriebsgenehmigung läuft im September des kommenden Jahres aus. Um diese zu verlängern, sind Prüfungen der Umweltbehörde des zuständigen Staates Rio de Janeiro nötig, die bisher jedoch noch nicht erfolgt sind.

Seit der Inbetriebnahme im Juni 2010 ist das Unternehmen wegen Umweltverschmutzung in Kritik geraten, da in einem Radius von zwei bis drei Kilometern um die Fabrik herum Graphitstaub niedergegangen ist. Anwohner haben deshalb seit vergangenem Mittwoch vor der staatlichen Umweltbehörde (Instituto Estadual do Ambiente, kurz: Inea) ihr Lager aufgeschlagen und versuchen zu verhindern, dass die Lizenz des Stahlkonzerns verlängert wird.

Sie erwarten eine Positionierung des Umweltpolitikers Carlos Minc, der zum wiederholten Male nicht in der für dieses Anliegen einberufenen Sonderkommission in der gesetzgebenden Versammlung des Bundesstaates Rio de Janeiros (Assambleia Legislativa do Estado Rio de Janeiro, kurz: ALERJ) erschienen ist. Die Gegner hoffen, dass Minc auf die Unregelmäßigkeiten des Unternehmens bezüglich ihrer Produktion aufmerksam macht. Weiterhin fordern einige der Protestierenden Entschädigungen.

Castro bekräftigt, dass die Emissionen keine gesundheitlichen Schäden hervorrufen. Derzeit wird das Stahlwerk von der US-amerikanischen Firma Conestoga-Rovers and Associates geprüft. Der Leiter der Produktionsstätte zeigt sich zuversichtlich, die Lizenz zu erhalten und die Produktion mit der kompletten Auslastung weiterzuführen. (gp)