Logo der Internationalen Messe des Amazonas FIAM / Copyright: FIAM

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Die Mitarbeiter des Hotelgewerbes in der Stadt Manaus, im brasilianischen Bundesstaat Amazonas, sind besorgt hinsichtlich der Verwendung der Hotelkapazitäten nach der Fußball-WM 2014. Derzeit werden neun neue Hotels in der Stadt gebaut, womit die Kapazitäten von 11.000 auf 18.400 Gäste ansteigen werden.

Problematisch sei, in diesen Hotels auch in Zukunft ausreichend Buchungen zu verzeichnen. Roberto Bulbol, Direktor der nördlichen Region des Brasilianischen Verbandes der Hotelindustrie (Associação Brasileira da Indústria de Hotéis, kurz: ABIH) äußerte sich, dass in diesen Vorhaben eine besondere Herausforderung läge.

Manaus würde vor allem Touristen anziehen, die geschäftlich in der Stadt unterwegs sind. Ca. 80 Prozent der Hotelgäste seien Unternehmer.

Um die Möglichkeiten für Touristen zu erweitern, sehe Bulbol vor, die WM mit dem Tourismus der Stadt, dem Besuch des Amazonas sowie anderer möglicher Reiseziele in Kolumbien oder Venezuela zu verbinden. Dafür soll die Tourismusbranche Sparpakete für diese drei Ziele anbieten.

Für die brasilianische Tourismusexpertin Sarah Albrecht sei es ganz natürlich, dass Touristen ihre Brasilienreise mit anderen interessanten Orten in Lateinamerika verbinden würden. Hierbei wäre es besonders wichtig, dass das Amazonasgebiet stärker mit Marketingaktivitäten arbeite. Es müssten Kommunikationsstrategien mit den sozialen Netzen anderer Länder aufgebaut, Webseiten in verschiedenen Sprachen angeboten, die kulturellen Eigenheiten der Touristen analysiert sowie Kosten gesenkt werden.

Der Direktor der ABIH fügte hinzu, dass durch die fehlende Infrastruktur Touristen hauptsächlich per Flugzeug einreisen könnten. Das würde das Hotelgewerbe und andere Anbieter belasten. Des Weiteren gäbe es hohe steuerliche Abgaben. Es müssten Kosten gesenkt und die Regierung solle aufgrund der hohen Steuern aktiv werden.

Der Tourismus im Amazonasgebiet war eines der Themen bei der Geschäftsrunde, die auf der Internationalen Messe des Amazonas FIAM (Feira Internacional da Amazônia, kurz: FIAM), die bis zum 29.10. in Manaus stattfand, diskutiert wurden. Ca. 60 Firmen im Bereich der Produktpromotion, Reiseführer und Serviceanbieter der Region sowie 26 eingeladene Anbieter (darunter auch ausländische Firmen) nahmen an der Geschäftsrunde teil. (ds)