Ein Vorortzug der CPTM in São Paulo. / Copyright: WikiCommons Autor: Tdcosta100 Ein-Vorortzug-der-CPTM-in-Sao-Paulo.-Copyright-WikiCommons-Autor-Tdcosta100

Die Staatsanwaltschaft von São Paulo hat bei der zuständigen Justiz Untersuchungshaft für einen ehemaligen Mitarbeiter des französischen Bahnherstellers Alstom gefordert. Gegen das frühere Vorstandsmitglied César Ponce de Leon ist neben elf weiteren hochrangigen Vertretern führender S-Bahnproduzenten in der vergangenen Woche Anklage erhoben worden. Wie die Zeitung Valor Econômico in ihrer Wochenendausgabe berichtete (25.4.), sollen sich die Verantwortlichen für Preisabsprachen bei Verträgen sowie bei Ausschreibungen der Bahngesellschaft von São Paulo (Companhia Paulista de Trens Metropolitanos, CPTM) in den Jahren 2007 und 2008 verantworten.

Der zuständige Staatsanwalt Marcelo Mendroni verteidigte die Untersuchungshaft. Der vorliegende Fall liege ganz im Rahmen des Strafrechts und solle „den Schutz der Wirtschaftsordnung garantieren, insbesondere in Fällen von Kartellbildung“, so Mendroni. Der Name César Ponce de Leon sei bereits in die Liste von Interpol aufgenommen worden.

Der Fall kam vor zwei Jahren mit einer Selbstanzeige des Siemens-Konzerns an die Öffentlichkeit. Dabei legte das deutsche Unternehmen auch Sachverhalte über das Kartell offen. Führende internationale Eisenbahnhersteller hatten bei Ausschreiben zur Lieferung von S-Bahnen und Wartungen der Linien zwischen den Jahren 1998 und 2008 Preisabsprachen vereinbart (BrasilNews berichtete, 15.7.2013). Mittlerweile sind auch Mitglieder der damaligen Landesregierungen von Mário Covas, José Serra und Geraldo Alckmin – alle PSDB – in den Fokus der Ermittlungen geraten, wie der Valor berichtete (22.3.). (ms)

Quelle: Valor Econômico