Umfassende Streiks im öffentlichen Dienst Brasiliens

17.08.2012 | Politik |

Öffentliche Angestellte im Streik in Brasília / Copyright: Agência Brasil

Professoren, Lehrer, Bundespolizisten, Zollbeamte und nun die öffentlichen Angestellten. Die Streikserie im öffentlichen Dienst in Brasilien reißt nicht ab und dies hat nicht unbedingt etwas mit der Lust auf den Arbeitsausstand der Beschäftigten zu tun. Vielmehr hinkt die Lohnentwicklung in Brasilien der wirtschaftlichen Entwicklung seit Jahren hinterher. Es hat sich also etwas angestaut in der Belegschaft des öffentlichen Dienstes in Brasilien und die Auswirkungen sind für die meisten Brasilianer im Alltag spürbar.

An Flughäfen müssen andere Polizeieinheiten verlegt werden, Unterrichtsausfälle sowie Verzögerungen und Behinderungen aller Orten. Nicht dass dieses Prozedere vollkommen neu wäre im Zuge der jährlichen Tarifverhandlungen. Neu ist allerdings die Anzahl der Beschäftigten, die im Ausstand sind und dort auch wohl auch noch eine Weile bleiben werden. So ist der Streit mit den Professoren an den Hochschulen seit Monaten nicht beigelegt. Das für die Verhandlungen zuständige Ministerium für Planungen (Ministério do Planejamento) hat bereits mit einer kleinen Gewerkschaft, die nur einen Bruchteil der Hochschullehrer organisiert, einen Tarifvertrag abgeschlossen. Verhandlungen mit den anderen großen Gewerkschaften ist das Ministerium allerdings nicht bereit zu führen. So bleiben die Hochschullehrer wohl noch eine Zeit im Ausstand, obwohl die Gewerkschaften gestern (16.08.) in einem neuen Anlauf die Präsidentin Dilma Rousseff um neue Verhandlungen gebeten haben.

Stein des Anstoßes bei vielen dieser Verhandlungen ist die immer noch spürbare Ungleichheit in der brasilianischen Gesellschaft. So ist ein Ziel vieler streikenden Arbeitnehmer nicht nur eine bessere Bezahlung, sondern auch eine gerechtere Verteilung der Einkommen. (mas)


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