Kritik an Rousseffs Regierungsführung hat laut Umfrage abgenommen. / Copyright: Agência Brasil

Die Korruption in Brasilien wird laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Datafolha zum ersten Mal als das größte Problem des Landes wahrgenommen, und das mit Abstand. 34 Prozent der Befragten haben demnach Korruption als die drängenste Herausforderung benannt. Es folgen mit 16 Prozent Gesundheit, Arbeitslosigkeit (10 Prozent), Bildung und Gewalt (je 8 Prozent). Die Wirtschaft kommt mit fünf Prozent auf den fünften Platz.

Die Umfrage wurde an den Tagen 25. und 26. November im gesamten Land durchgeführt, nach der Verhaftung des Viehzüchters José Carlos Bumlai, bekannt durch seine Freundschaft mit dem Ex-Präsidenten Lula. Und gleichzeitig mit der Verhaftung des Senators Delcídio do Amaral und des Bankers André Esteves, Eigentümer der BTG Pactual. Beide werden in der Korruptionsaffäre um Petrobras verdächtigt.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage ist, dass die Kritik an der Regierungsführung durch Dilma Rousseff von 71 Prozent im August auf 67 Prozent in der aktuellen Ausgabe gesunken ist. „Das ist eine Neuigkeit, wenn man bedenkt, dass es seit August 2014 bei diesem Indikator keine größere Veränderung als zwei Prozentpunkte festgestellt wurden“, heißt es in einem Bericht zur Umfrage in der Zeitung Folha de S. Paulo. (ls)

Quelle: Valor Econômico