Industrieverband Brasiliens fordert Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von Industrieunternehmen. / Copyright: Wikimedia Commons, Stopgo

Der Umsatz der Industrie im Juni ist um 5,5 Prozent gegenüber Mai gesunken, wie Daten des brasilianischen Industrieverbands CNI zeigen. Die Daten wurden dabei bereinigt, das heißt, Anstiege wegen Ferien oder Feiertagen wurden abgezogen. Im zweiten Quartal im Vergleich zu den ersten drei Monaten dieses Jahres zeigt sich ein Rückgang von 6,7 Prozent. Auch die Beschäftigung in der Industrie ist um 0,7 Prozent im Juni und um 2,6 Prozent im zweiten Quartal zurückgegangen.

Bei den Arbeitsstunden in der Produktion liegt das Minus im Juni bei 1,1 Prozent, im zweiten Quartal bei 2,9 Prozent. Dabei wurden im Schnitt 80,1 Prozent der installierten Kapazität genutzt, was gegenüber Mai nahezu eine stabile Entwicklung bedeutet (80 Prozent). Die Reallöhne stiegen im Juni allerdings wieder an nach drei Monaten des Rückgangs infolge, gegenüber Mai lag das Plus bei 0,8 Prozent.

Laut dem Geschäftsführer der Abteilung für Wirtschaftspolitik des CNI, Flávio Castelo Branco, ist der Gehaltsanstieg im Juni auf die Einbeziehung der Entschädigungszahlungen für entlassene Mitarbeiter zurückzuführen. „Wenn Unternehmen Mitarbeiter entlassen, müssen sie bestimmte Zahlungen leisten. Das führt zu einem Anstieg der Reallöhne. Aber es ist ein zeitlich befristeter Anstieg“, so Branco.

Für den Geschäftsführer belegen die Daten, dass sich die „Rezession in der Industrie im zweiten Quartal verschärft hat“. Laut dem Ökonom sind die Inflation und der Vertrauensverlust der Unternehmer und Vebraucher Schuld an der Situation. Es müsse endlich die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie verbessert werden.

„Es muss einen Plan geben, mit dem die Produktivität der brasilianischen Wirtschaft wieder aufgebaut wird.“ Bislang würden die Unternehmen versuchen diese über Kosteneinsparungen zu erreichen. Es sei aber genauso wichtig, dass die Regierung die Bürokratie-Hürden und die Unsicherheit der Wirtschaft abbaue (ls)

Quelle: Agência Brasil