CNI-Generalsekretär Renato da Fonseca, hier mit dem Ökonomen Marcelo de Ávila / Copyright: Agência Brasil

CNI-Generalsekretär Renato da Fonseca, hier mit dem Ökonomen Marcelo de Ávila / Copyright: Agência Brasil

Der nationale brasilianische Industrieverband (Confederação Nacional da Indústria, kurz: CNI) hat gestern (5.12.) die Ergebnisse der Befragung seiner Mitgliedsunternehmen zu den wichtigsten Indikatoren der Industrie veröffentlicht, welche im Oktober ein weiteres Wachstum der Umsatzerlöse um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat September nahelegen. Die Ergebnisse zeigen, dass es ebenso positive Effekte für den brasilianischen Arbeitsmarkt durch die Industrie gibt. Um rund 0,2 Prozent stieg die Zahl der Arbeitsplätze in der Industrie demnach im Vergleich zum Vormonat September.

Allerdings äußerte sich der Generalsekretär des brasilianischen Industrieverbands CNI, Renato da Fonseca, auch zu anderen Indikatoren aus der Befragung der Industrie, die seiner Meinung nach die augenscheinlich guten Nachrichten mit gewisser Vorsicht betrachten lassen sollten. So sank beispielsweise die Auslastung der Produktionskapazitäten um 0,3 Prozent im Vergleich zum September. Damit erreicht die Auslastung der Produktion in Brasilien mit 81,4 Prozent den niedrigsten Stand seit Februar 2010. Deshalb warnte der Generalsekretär des CNI auch vor einer drohenden „Abkühlung der Industrie“. Die guten Umsatzzahlen basieren wohl auf Lagerverkäufen der Betriebe, da alle anderen Indikatoren neben dem Umsatz eher auf eine Abkühlung in der brasilianischen Industrieproduktion hindeuten, so Renato da Fonseca bei der Präsentation der Ergebnisse zusammen mit einem Autor der Studie, dem Ökonomen Marcelo de Ávila.

Zur gleichen Zeit, als gestern die Ergebnisse des CNI präsentiert wurden, sprach die Präsidentin Dilma Rousseff auf der Eröffnung der 2. Phase des sozialen Wohnungsbauprogramms „Mein Haus, Mein Leben“ (Minha Casa, Minha Vida) über den Effekt am Arbeitsmarkt, den sie sich auch durch dieses Programm erhofft. In Zeiten einer internationalen Krise, so die Präsidentin, halten die Investitionen im Immobiliensektor den Arbeitsmarkt am Laufen. Die Investitionen sollen so helfen, trotz schwieriger Zeiten in einer internationalen Krise die Wachstumsziele der Regierung Dilma Rousseff aufrecht zu erhalten. (mas)