Umweltbewusstsein der Brasilianer angestiegen

17.08.2012 | Politik |

Recyclingsysteme zur Mülltrennung sind mittlerweile in Brasilien häufiger / Copyright: Wikimedia, GFDL

Es scheint tatsächlich einen positiven Zusammenhang zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung und dem Umweltbewusstsein in einem Land zu geben. Eine neue Studie in Brasilien hat Erstaunliches zum Umweltbewusstsein in Brasilien herausgefunden. So ist für viele Brasilianer der Umweltschutz heute vier Mal so wichtig als er es noch 1992 war. Bei der ersten Umfrage „Zur Meinung des Brasilianers zum Umweltschutz und nachhaltigen Konsum“ (O Que o Brasileiro Pensa do Meio Ambiente e do Consumo Sustentável) wussten fast die Hälfte aller Befragten die Umweltprobleme Brasiliens nicht zu benennen. Bei der diesjährigen Umfrage konnten diese Frage nur noch weniger als zehn Prozent nicht beantworten.

Dieses Ergebnis ist mehr als erfreulich, zumal sich auch Verbesserungen über alle Altersklassen und Einkommensschichten hinweg nachweisen lassen. Das Umweltbewusstsein hat sich also insgesamt in der brasilianischen Gesellschaft deutlich verbessert. Jüngere in der Altersklasse zwischen 16 bis 25 Jahre weisen nach der Umfrage noch immer das geringste Bewusstsein für Umweltfragen auf, allerdings hat sich der Anteil der Desinteressierten von 40 auf 34 Prozent seit der letzten Umfrage reduziert.

Eines der für die Befragten wichtigsten Umweltprobleme ist der Abfall und dessen Beseitigung. In der Umfrage 1992 rangierte dieser noch mit vier Prozent als ein nicht wichtiges Problem ganz weit unten in der Wahrnehmung. Heute benennen 28 Prozent das fehlende Recycling als Hauptproblem. Nach der Umfrage geben sogar 48 Prozent der Personen an, ihren Müll zu trennen. In diesem Zusammenhang bleibt aber auch festzuhalten, wie groß die Frustration vieler Brasilianer ist, wenn die öffentliche Verwaltung ihre Anstrengungen konterkariert, wenn der getrennte Müll oftmals am Ende einfach wieder zusammengefügt wird.

Bei der Umfrage, die im Rahmen des „Programmes der Vereinten Nationen für Umwelt“ (Programa das Nações Unidas para o Meio Ambiente, kurz: Pnuma) durchgeführt wurde, sind 2.200 Personen aus städtischen und ländlichen Gebieten interviewt worden. (mas)


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