Dilma Rousseff bei der Veranstaltung zum weltweiten Umwelttag im Regierungspalast / Copyright: Agência Brasil

Dilma Rousseff bei der Veranstaltung zum weltweiten Umwelttag im Regierungspalast / Copyright: Agência Brasil

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff unterschrieb gestern (05.06.) bei der Feier des weltweiten Umwelttags im Regierungspalast eine Verordnung, die Nachhaltigkeitskriterien für Produkte definiert, die von der Regierung gekauft werden. Des Weiteren schafft die Verordnung Richtlinien für den Ausbau einer nationalen nachhaltigen Entwicklung.

Die brasilianische Regierung hat vor, bevorzugt Produkte zu erwerben, die in ihrer Herstellung Umwelt- und Wirtschaftskriterien sowie Sozialstandards beachten. So könnten die nachhaltigen Produktionsketten, inklusive der green economy, gestärkt werden und gleichzeitig der Markt für Umweltgüter- und Dienstleistungen angeregt werden, erläuterte die Präsidentin.

Die Verordnung sieht die Schaffung einer interministeriellen Kommission vor, die sich mit der Umsetzung befassen wird.

Die Regierung nutzte diesen Feiertag außerdem, um ein Maßnahmenpaket im Umweltbereich einzuführen – darunter auch die Gründung von zwei neuen Schutzgebieten und sechs neuen Gebieten für die indigene Bevölkerung, die per Unterschrift gestern von Dilma Rousseff verabschiedet wurden.

Ein weiterer Erfolg waren die verkündeten Daten zur Abholzung des Amazonasgebiets, welche die niedrigsten seit 23 Jahren seien, so die Umweltministerin Izabelle Teixeira.

Die Präsidentin nutzte die Veranstaltung zuletzt, um noch einmal auf die internationale Finanzkrise einzugehen: Die brasilianische Regierung habe einen Vorrat an Maßnahmen, um der Krise entgegenzutreten und sie zeigte sich überzeugt, dass Brasilien in den nächsten Monaten noch wachsen werde. Dies war auch eine Reaktion auf die schwachen Ergebnisse einer Untersuchung des brasilianischen Instituts für Geografie und Statistik (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística, kurz: IBGE), bei der das Wachstum des ersten Trimesters 2012 lediglich bei 0,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts lag. Zu den Maßnahmen gehören: Ausweitung staatlicher Investitionen und Anreize für private Investitionen sowie für den Konsum der Familien schaffen. (jv)