Am 7. September, dem Tag der Unabhängigkeit, fanden in ganz Brasilien wieder Demonstrationen statt / Copyright: Agência Brasil
Am 7. September, dem Tag der Unabhängigkeit, fanden in ganz Brasilien wieder Demonstrationen statt / Copyright: Agência Brasil

Am 7. September, dem Tag der Unabhängigkeit, fanden in ganz Brasilien wieder Demonstrationen statt / Copyright: Agência Brasil

Am vergangenen Samstag, den 7. September, Tag der Unabhängigkeit Brasiliens, gingen im Land wieder tausende Menschen auf die Straßen, um gegen Korruption und die hohen Kosten für die Großprojekte Fußball-WM 2014 und Olympia 2016 zu demonstrieren. In sozialen Netzwerken wurden zuvor verschiedenste Demonstrationen geplant, so fanden diese in mehr als 135 Städten statt. Als Sicherheitsmaßnahme sagten einige Städte Veranstaltungen zum Unabhängigkeitstag ab, andere verstärkten die Anzahl der sich im Einsatz befindenden Polizeibeamten. In den Bundesstaaten Minas Gerais, Rio de Janeiro, Ceará und im Bundesdistrikt galt aus Sicherheitsgründen ein Verbot, sich zu maskieren.

Bei friedlichen Protesten blieb es allerdings nicht, häufig entwickelten sich Krawalle, bei denen die Polizei eingreifen musste. In der Hauptstadt Brasília versuchten Demonstranten beispielsweise die Feierlichkeiten zum Nationaltag zu stören, worauf die Polizei mit Pfefferspray und Tränengas reagierte. Der anschließende Protestzug zum Fußballstadion wurde auch von der Polizei verhindert. In den Metropolen Rio de Janeiro und São Paulo kam es zu ähnlichen Straßenschlachten. Randalierer verwüsteten Bankfilialen und zündeten Mülleimer an. Einige Menschen wurden von der Polizei festgenommen.

Bereits seit Juni dieses Jahres reagiert die brasilianische Bevölkerung auf die Projekte der Regierung, die Milliardensummen in Infrastrukturprojekte der sportlichen Großveranstaltungen investiert. Das Volk fordert stattdessen mehr Investitionen in das Bildungsystem und in den öffentlichen Nahverkehr. (ds)