UNCTAD-Report über Handel und Entwicklung

UNCTAD-Report über Handel und Entwicklung 2012

Die Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (United Nations Conference on Trade and Development, kurz: UNCTAD) hat gestern (12.09.) ihren neuen Report zu Handel und Entwicklung 2012 vorgelegt. In diesem Report wird die Situation der Entwicklungsländer insgesamt ausgewertet und der globale Handel mit den Industrieländern im Hinblick auf Entwicklungseffekte betrachtet. Schwerpunkt des diesjährigen Reports lag auf der Betrachtung von sozialer und wirtschaftlicher Ungleichheit.

Bei der Präsentation der Studie gestern in Brasilien durch den Ökonomen Alfredo Saad Filho von der UNCTAD wurde deutlich, dass die staatlichen Sozialprogramme und makroökonomischen Maßnahmen der Regierung Dilma Rousseff einen entscheidenden Beitrag zu weniger sozialer Ungleichheit geleistet haben. Alfredo Saad Filho sprach in diesem Zusammenhang auch von Brasilien als einem Modell, welches für andere Länder Anwendung finden sollte, um die soziale und wirtschaftliche Ungleichheit zu reduzieren.

Nicht ganz in dieser Deutlichkeit, doch in ähnlicher Form äußerte sich Detlef Kotte, ebenfalls Ökonom und Mitautor der Studie gestern bei der Präsentation des UNCTAD-Reports in Berlin. Auch Detlef Kotte unterstrich die positive Wirkung durch die makroökonomische Politik, welche einige lateinamerikanischen Länder und hier vor allem Brasilien in den letzten Jahren gewählt haben. Deutlich wurde im Rahmen beider Präsentationen, dass durch die staatlichen Interventionen sich ein größerer wirtschaftlicher Erfolg heute eingestellt hat, als dies in anderen Ländern ohne staatliche Intervention geschehen ist. Der UNCTAD-Report benennt damit eine antizyklische, keynesianische Ausgabenpolitik des Staates wie Brasilien sie derzeit betreibt, als eine Lösung gegen die wachsende Ungleichheit in vielen Ländern. (mas)