Ungleichheit der Einkommensverteilung gesunken

16.09.2011 | Politik |

Rafael Guerreiro Osório des brasilianischen Institut für angewandte Wirtschaftsforschung stellte gestern die Studie zur Armut in Brasilien vor / Copyright: Agência Brasil

Die Ungleichheit der Einkommensverteilung, die mit dem sogenannten Gini-Index gemessen wird, ist in Brasilien um 5,6 Prozent gesunken. Dies ist das Ergebnis einer gestern (15.09.) veröffentlichten Studie des brasilianischen Instituts für angewandte Wirtschaftsforschung (Instituto de Pesquisa Econômica Aplicada, kurz: IPEA). Die Studie mit dem Titel ,,Die jüngsten Veränderungen der brasilianischen Armut“ (Mudanças Recentes na Pobreza Brasileira) kam außerdem zu dem Ergebnis, dass der durchschnittliche Monatslohn im Untersuchungszeitraum zwischen 2004 und 2008 um 28 Prozent gestiegen ist. Dies liege vor allem an dem wirtschaftlichen Wachstum und der Entstehung neuer Arbeitsplätze.

Weiterhin ist der Anteil der Menschen mit einem Einkommen der dem Mindestlohn entspricht oder darüber liegt, von 29 auf 42 Prozent, das heißt von 51,3 Millionen auf 77,9 Millionen Personen gewachsen. Allerdings lag der Mindestlohn in dem untersuchtem Zeitraum bei 465 Reais, seit dem ersten März dieses Jahres liegt er bei 545 Reais.

Der Anteil der von dem IPEA als der armen Schicht zugehörig bezeichneten Menschen, ist von 28 Millionen auf 18 Millionen Menschen gesunken. Zu dieser Gruppe gehören Brasilianer mit einem monatlichen pro Kopf Einkommen zwischen 67 und 134 Reais. Das als extrem arm bezeichnete Segment mit einem Gehalt von weniger als 67 Reais ist von 15 Millionen auf neun Millionen gefallen. Trotzdem ist laut der Studie die regionale Verteilung der armen Bevölkerung gleich geblieben und konzentriert sich im Norden und Nordosten Brasiliens.

Rafael Guerreiro Osório, der im IPEA den Bereich der Sozialpolitik-Studien leitet, führte an, dass insbesondere die Schicht derjenigen, die nicht mehr arm sind, größer werde. Dies liege jedoch nicht an dem staatlichen Hilfsprogramm Bolsa Família, wodurch viele Familien direkte finanzielle Unterstützung vom Staat erhalten. ,,Auch wenn es sich dabei um eine umfassende Hilfe für arme oder extrem arme Familien handelt, so sind die Beträge immer noch zu gering, als dass ein Haushalt nur aufgrund dessen nicht mehr zur armen Schicht gehört“, betonte Osório. (gp)


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