Die Ungleichheit in Brasilien ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen. / Copyright: Wikimedia Commons, Agência Brasil
Die Ungleichheit in Brasilien ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen. / Copyright: Wikimedia Commons, Agência Brasil

Die Ungleichheit in Brasilien ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen. / Copyright: Wikimedia Commons, Agência Brasil

Die zehn Prozent der Brasilianer mit dem geringsten Pro-Kopf-Einkommen im Land stehen nur für 1,2 Prozent des Gesamteinkommens in Brasilien im vergangenen Jahr. Das zeigt die Studie „Zusammenfassung der sozialen Indikatoren (SIS) 2014“, die vom brasilianischen Statistikamt (IBGE) an diesem Tag (17.12) veröffentlicht wurde. Auf der anderen Seite machen die zehn Prozent mit dem höchsten Einkommen im gleichen Zeitraum 41,7 Prozent des gesamten Pro-Kopf-Einkommens aus. Das Statistikamt wies darauf hin, dass in einer Gesellschaft mit völliger Gleichheit jeder zehnte Einwohner mit einem Einkommen zehn Prozent des Gesamteinkommens des Landes erhalten würde.

Laut dem IBGE lag das durchschnittliche Wirtschaftswachstum zwischen 2000 und 2010 oberhalb des Wachstums der vorherigen zwei Jahrzehnte, aufgrund der „günstigen internationalen Lage (Boom der Rohstoffe, Vorteil für die brasilianische Exportwirtschaft), Stärkung des Binnenmarktes, des Wachstums der durchschnittlichen Einkommen der Bevölkerung, sowie der Anreize für Konsumausgaben und Kreditwachstum“.

Außerdem wiesen die Statistiker daraufhin, dass der Rückgang der Ungleichheit teilweise durch das Wirtschaftswachstum zu erklären sei sowie durch verschiedene politische Maßnahmen und konjunkturelle Entwicklungen, wie beispielsweise die Aufwertung des Mindesteinkommens, Programme zum Einkommenstransfers sowie eine „günstige Entwicklung“ des Arbeitseinkommens aufgrund der zunehmenden Formalisierung und Verbesserung der Verhandlungsmöglichkeiten von Arbeitern über ihre Gehälter, vor allem seit der Krise 2008-2009.

2013 waren 76 Prozent der zehn Prozent ärmsten im Land schwarzer oder dunkler Hautfarbe und 24 Prozent weißer. 2004 lagen diese Zahlen noch bei entsprechend 72,8 Prozent und 26,9 Prozent. Gleichzeitig kehrt sich schon allein in der Gruppe der ein Prozent mit dem größten Einkommen das Bild um. So waren im vergangenen Jahr von diesen nur 14,6 Prozent schwarzer und dunkler Hautfarbe, 83,6 Prozent aber weißer. 2004 dagegen waren es sogar nur 12,5 Prozent mit dunkler Hautfarbe. (ls)

Quelle: Valor Econômico