Die Herkunft spielt bei der Bildungsungleichheit eine große Rolle / Copyright: Wikimedia Creative Commons
Die Herkunft spielt bei der Bildungsungleichheit eine große Rolle / Copyright: Wikimedia Creative Commons

Die Herkunft spielt bei der Bildungsungleichheit eine große Rolle / Copyright: Wikimedia Creative Commons

Das Bildungssystem in Brasilien bringt zu viele Schulabbrecher hervor. Eine aktuelle Studie zeigt, dass im Jahr 2010 rund 52,3 Prozent aller 18- bis 24-Jährigen die Schule verlassen hatten, ohne eine schulische Grundausbildung abgeschlossen zu haben. Das Ergebnis wurde auch von Maria de Salete Silva, Koordinatorin des Bildungsprogramms von UNICEF-Brasilien, bestätigt. Wie und was in den Schulen unterrichtet werde, sei deutlich zu weit von der Realität der meisten jungen Brasilianer entfernt, erklärte Silva.

Beim 14. Forum der Nationalen Union der Kommunalen Bildungsbeauftragten (União Nacional dos Dirigentes Municipais de Educação, kurz: Undime) in Costa do Sauípe (Bundesstaat Bahía) kritisierte Silva das Bildungssystem Brasiliens.

Brasilien vollziehe innerhalb des Bildungssystems eine zu strikte Trennung zwischen den Lerninhalten und der Realität der Jugendlichen. Die Schulabbrüche seien nicht allein durch Desinteresse der Schüler zu erklären, ist Silva sicher, vielmehr sähen sich die jungen Leute mit vielen Problemen außerhalb der Schule konfrontiert, die in der Schule mit keinem Wort Erwähnung fänden. Aus diesem Grund fühlten sich die jungen Menschen oft unverstanden und in den Schulen schlecht aufgehoben. Dies führe wiederum in vielen Fällen zu einem Schulabbruch. Die Koordinatorin erklärte, dass die Verantwortlichen des brasilianischen Bildungssystems umdenken und alltägliche Probleme einbeziehen müssten, um eine Verbindung zu den Jugendlichen herzustellen.

Besonders Fünfzehn- und Sechzehnjährige seien in einer schwierigen Entwicklungsphase und gefährdet, die Schule abzubrechen, sagte Silva. Studien zufolge besuchen 95,4 Prozent aller Sechsjährigen eine Schule, während es bei den Sechzehnjährigen lediglich 62,7 Prozent sind. Insbesondere um Jugendliche aus wirtschaftlich schwachen Sozialschichten müsse man sich verstärkt kümmern, betonte die Koordinatorin. Die soziale Ungleichheit, die in Brasilien weiterhin bestehe, habe direkten Einfluss auf die Bildungsungleichheit. Silva plädierte für eine engere Zusammenarbeit zwischen Lehrern und der Regierung, um ein ausgeglichenes Bildungssystem zu etablieren, dass auch auf die sozialen Belange der Jugendlichen eingeht. (sg)