Spezifische Apps für die untere Mittelschicht sollen den Kauf der Mobilgeräte anreizen. / Copyright: Wikicommons Autor: Janto Dreijer
Spezifische Apps für die untere Mittelschicht sollen den Kauf der Mobilgeräte anreizen. / Copyright: Wikicommons Autor: Janto Dreijer

Spezifische Apps für die untere Mittelschicht sollen den Kauf der Mobilgeräte anreizen. / Copyright: Wikimedia Commons, Janto Dreijer

Die Zukunft der Tablets und Smartphones machen einige brasilianische Unternehmen von der Exklusivität der Anwendungssoftware und nicht mehr von den Geräten abhängig. Derzeit setzen brasilianische Hersteller von Smartphones und Co. auf die Entwicklung neuer kostenloser Apps, um die Mobilgeräte zu verkaufen. Vorrangiges Zielpublikum ist dabei die neue untere Mittelschicht, die in Brasilien sogenannte Klasse C.

Im Rahmen einer 2013 im Auftrag des Chiphersteller Qualcomm durchgeführten Studie gaben 76 Prozent der Befragten der Klasse C an, dass die Auswahl und der freie Zugriff auf Apps beim Kauf eines Mobilgerätes für die Entscheidung mit maßgebend seien. Insbesondere Anwendungen aus den Bereichen Sprachkurse, Qualifizierungen, Finanzen für Familien, Unterhaltung und Drogerieartikel lägen im Fokus der Konsumenten, wie das beauftragte Marktforschungsunternehmen Informa Telecoms & Media ermittelte.

Die neuen Software-Angebote seien besonders auf die Interessen und Bedarfe dieser Zielgruppe zugeschnitten, wie die Zeitung Folha de S.Paulo am vergangenen Montag (04.08.) berichtete. Der Fokus auf diese Einkommensgruppe scheint berechtigt. Schließlich wird laut Statistischem Bundesamt (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística, kurz: IBGE) mehr als die Hälfte der Gesellschaft zur Klasse C gerechnet.  Zwar verfügen Personen der Klasse C mit 1.000 bis 4.000 Reais (etwa 330 bis 1.300 Euro) ein vergleichsweise geringes Einkommen. Doch verspricht diese wachsende Gruppe derzeit den meisten Umsatz.

Die Initiative, das Smartphone mit vielen kostenfreien Apps auszustatten, erhielt durch das sogenannte Warengesetz (Lei do Bem) einen zusätzlichen Anreiz. Demnach können Unternehmen mit Steuervergünstigungen rechnen, sobald sie Geräte unter einem Wert von 1.500 Reais (etwa 500 Euro) produzieren.

Wie die Folha berichtet, wird der Produzent Phaser bereits im September die ersten fünf explizit für diese Zielgruppe entwickelten Apps auf den Markt bringen. Weitere 15 sollen umgehend folgen. Dazu gehöre unter anderem die App „Bolso Cheio“, die bei der Finanzplanungen von Familienhaushalten unterstützen soll, so der Hersteller. (ms)