Gestern trafen sich brasilianische und nordamerikanische Unternehmer, um über Perspektiven der Zusammenarbeit zu sprechen / Copyright: Agência Brasil

Gestern trafen sich brasilianische und nordamerikanische Unternehmer, um über Perspektiven der Zusammenarbeit zu sprechen / Copyright: Agência Brasil

Gestern (15.10.) fand die Sitzung des Unternehmensverbandes Brasilien-Vereinigte Staaten (CEBEU) in Brasília statt, in der über die Zusammenarbeit der beiden Länder diskutiert wurde. Während sich die brasilianische und nordamerikanische Regierung auf protektionistische Maßnahmen konzentrieren und Freihandelsabkommen außen vor lassen, versuchen sich derzeit Vertreter der Wirtschaft der beiden Länder für Branchenabkommen und gegen die Doppelbesteuerung einzusetzen. Auch bestünde ein großes Interesse daran, den Zugang zu Visa für Touristen und für Geschäftsleute zu erleichtern.

„Es gibt viele brasilianische Firmen, die in die Vereinigten Staaten investieren und deren Wettbewerbsfähigkeit am Ende unter der Doppelbesteuerung leidet“, erklärte Carlos Eduardo Abijaodi, Leiter der Abteilung für industrielle Entwicklung des brasilianischen Industrieverbandes CNI. Trotz der Bemühungen der beiden Länder sei es laut Abijaodi nicht so einfach, eine Lösung für dieses Problem zu finden, da beide Regierungen keine Verluste machen wollen. Bezüglich der Visa-Frage für Geschäftsleute gäbe es allerdings seitens der brasilianischen Regierung bereits Fortschritte.

Für den Präsidenten der brasilianischen Abteilung der CEBEU, Frederico Curado, müsse Brasilien keine weiteren Abkommen eingehen. Die vorhandenen Mittel seien ausreichend und noch lange nicht ausgeschöpft. Laut Curado müsse Brasilien den Mercosul nicht verlassen, um Freihandelsabkommen mit den USA einzugehen.

Greg Page zufolge, dem Präsidenten der nordamerikanischen Abteilung des Verbandes, wären die Maßnahmen für Visa kompliziert aber machbar. Investitionen seitens der nordamerikanischen Regierung in Höhe von 40 Millionen US-Dollar würden bereits den Zugang zu Visa in São Paulo erleichtern.

Josué Gomes da Silva, Präsident der brasilianischen Abteilung des Brasilien-Vereinigte Staaten-Forums, merkte an, dass es derzeit einen Boom an privaten Investitionen der beiden Länder gäbe. Wichtig sei, dass die beiden Länder sich eher zu Partnern als zu Konkurrenten entwickeln. (ds)