Copyright: Fundação Getúlio Vargas

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Obwohl der US-Dollar am Freitag (23.09.) um 1,45 Prozent im Vergleich zum Vortag gefallen ist und einen Wert von 1,87 Reais erreicht hat, stelle er immer noch eine Gefahr für die Lebensmittelpreise Brasiliens und damit auch für die Inflation dar, so teilte der Wirtschafts- und Forschungsexperte des Brasilianischen Wirtschaftsinstituts der Stiftung Getúlio Vargas (Instituto Brasileiro de Economia da Fundação Getulio Vargas, kurz: IBRE/FGV), André Braz, mit.

Der Wechselkurs stieg in den letzten Tagen sehr schnell an. Dieser Anstieg kann Auswirkungen auf die Inflation in Brasilien haben. Wenn die Wechselkursrate bei 1,80 Reais bis 1,90 Reais bleibt, dann werde sich die Inflationsrate dieses Jahr verschlechtern und die Voraussagen für den Höchstwert der Inflation für 2011 würden schneller erreicht, so Braz.

Der von der brasilianischen Regierung festgelegte Höchstwert der Inflation läge bei 4,5 Prozent, mit einer Varianz von zwei Prozentpunkten nach oben. Laut des Wirtschaftsexperten würden internationale Produkte wie Weizen und Soja auf die Lebensmittelpreise in Brasilien einen negativen Effekt haben.

Im Falle des Weizens beispielsweise, mit dem sich Brasilien nicht selbst versorgt, sondern auf andere Länder angewiesen ist, konnte Brasilien die Auswirkungen der schlechten amerikanischen Ernte spüren. Die Weizenpreise auf dem brasilianischen Markt stiegen infolgedessen an. Die Höhe des US-Dollars würde dieses Problem noch verschlimmern. So steigen auch die Preise von Nebenprodukten des Weizens, die täglich von den Brasilianern konsumiert werden, darunter Brötchen, Nudeln, Weizenmehl, Kekse und Kuchen. Im Falle von Soja kann es zum Preisanstieg von Produkten wie Margarine und Öl kommen.

Laut Braz werde der Konsument diese Auswirkungen auf die Preise bereits im Oktober spüren. Ein Preisanstieg von Reis, Zucker und Fleisch wurde bereits festgestellt, der allerdings nicht mit dem Wechselkurs in Verbindung gebracht werden kann. Durch den Wechselkurs müsse jedoch in Zukunft mit einer zweiten Welle der Preisanstiege gerechnet werden. Einige Produkte werden weniger, andere mehr betroffen sein. Als Resultat dieser Entwicklungen werde man negative Effekte auf die Inflation einstecken müssen, so Braz. (ds)