Ohne brasilianischen Einfluss Der Dollar wird mehr und teurer. / Copyright: WikiCommons: Greudin
Ohne brasilianischen Einfluss Der Dollar wird mehr und teurer. / Copyright: WikiCommons: Greudin

Ohne brasilianischen Einfluss. Der Dollar wird mehr und teurer. / Copyright: WikiCommons: Greudin

Am gestrigen Donnerstag (01.08.) hat der US-Dollar die Marke von 2,30 Reais überstiegen. Dies war seit März 2009 nicht mehr geschehen. Dabei legte er allein gestern gegenüber dem brasilianischen Real um 1,10 Prozent zu. In diesem Jahr verlor der Real gegenüber der US-Währung einen Wert in Höhe von 13 Prozent.

Nach der psychologisch und wirtschaftlich bedeutsamen Überschreitung der 2,30 Real-Marke unternahm die brasilianische Zentralbank (Banco Central, kurz: BC) erst einmal keine weiteren Schritte, um die Teuerung abzumindern. Noch am Mittwoch (31.07.) hatte sie einen so genannten Wechsel-swap eingeführt und die Veränderungen des Wechselkursverhältnisses des US-Dollars zum Real besteuert. Doch ließ sich ersterer nicht in seinem Flug beeinflussen. Vielmehr scheint die Entwicklung des US-Dollars einem globalen Trend zu folgen und kein Abbild der wirtschaftlichen  Entwicklung Brasiliens zu sein.

Gleichwohl die US-Notenbank Fed (Federal Reserve) vorgestern ihren Leitzins von 0,25 Prozent bekräftigte und immer mehr Geld, quasi umsonst in den Umlauf bringt, scheint das Begehren nach der US-Währung ungebrochen. Dies hat ihre Wertsteigerung zur Folge. Luis Carlos Baldan, Direktor der Finanzgruppe Fourtrade, bestätigte: „Die Nachricht der Fed, ihr Programm der US-Wirtschaft Anreize zu bieten, fortzuführen, sollte keineswegs dazu führen, dass der Dollar weiter steigt. Aber er stieg.“

Brasilien bereitet der teure US-Dollar Schwierigkeiten beim Einkauf auf dem Weltmarkt. Neben einem ohnehin hohen Leitzins von 8,5 Prozent sieht sich die brasilianische Industrie mit den hohen, durch den Wechselkurs verursachten Mehrausgaben für ausländische Bauteile konfrontiert. Finanzminister Mantega kündigte deshalb vergangene Woche ein Programm an, die Einfuhrzölle auf gewisse Produkte aus der Industrie zu senken (BrasilNews berichtete, 26.07.2013). Als Reaktion auf den hohen US-Dollar-Kurs konkretisierte er die Liste und nannte 100 Produkte, für die die Zölle vorerst aufgehoben würden. (ms)