Laut Empfehlung von US-amerikanischen Spezialisten solle Brasilien das Volk in Bauprojekte mit einbeziehen / Copyright: Agência Brasil
Laut Empfehlung von US-amerikanischen Spezialisten solle Brasilien das Volk in Bauprojekte mit einbeziehen / Copyright: Agência Brasil

Laut Empfehlung von US-amerikanischen Spezialisten solle Brasilien das Volk in Bauprojekte mit einbeziehen / Copyright: Agência Brasil

Gestern fand in Rio de Janeiro ein Vortrag über städtische Mobilität und soziale Eingliederung statt, der vom Industrieverband des Bundesstaates gefördert wurde, in Zusammenarbeit des Generalkonsulats der USA in Rio de Janeiro und des Brasilianischen Zentrums für internationale Beziehungen CEBRI (Centro Brasileiro de Relações Internacionais). Hierbei wurde die Empfehlung ausgesprochen, die brasilianische Bevölkerung in Planungsprozesse von Bauvorhaben, der Infrastruktur und Verbesserungen der Städte mit einzubeziehen. Die Realisierung dieser Empfehlung wäre eine große Herausforderung für Brasilien.

Der Transportingenieur Fernando Macdowell glaubt, dass bei fast allen Bauchprojekten im Land aufgrund von Unsicherheit oder Arroganz der Verantwortlichen weder nach der Meinung noch der Beteiligung der Bevölkerung gefragt wird. „Es scheint so, dass die Verantwortlichen Angst haben, mit dem Volk zu sprechen und glauben, dass die Menschen nichts verstehen würden. Das ist ein Fehler. Man lernt sehr viel durch die Bevölkerung.“

Auch der Spezialist für städtische Planung des Transportation Institute A&M der US-amerikanischen Universität Texas A&M University, William Frawley, verteidigt das Einbeziehen der Bevölkerung, da dieses Prinzip in den USA bereits erfolgreich praktiziert wird. Hierfür müssten neue Büros geschaffen werden und lokale Versammlungen stattfinden, in denen die Zweifel der Menschen zerstreut werden und wo sie Vorschläge unterbreiten können. „[Es ist wichtig], alles möglich zu machen, um die Bevölkerung in Projekte mit einzubeziehen. Wir müssen sie als einen wichtigen Teil des Prozesse sehen und können sie nicht ignorieren.“ Dabei sei es nötig, Daten der Bevölkerung zu sammeln, sie zu analysieren und die Informationen in den Medien, im Internet oder in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen, um die Vorgänge möglichst transparent zu halten. Nach Gesprächen und Studien über Brasilien hätte sich gezeigt, dass die brasilianischen Politiker es nicht gewöhnt wären, nach der Meinung des Volkes zu fragen. Dabei sei es nicht ausreichend, das Volk erst nach Abschluss eines Projekts zu befragen, so Frawley. „Hören Sie die Menschen vorher an, geben Sie ihnen die Möglichkeit, ihre Meinung und Lösungsvorschläge zu äußern.“ (ds)