Neues US-Gesetz bringt brasilianische Produzenten von Biodiesel in die Klemme. Ethanol darf vor dem Import in die USA nicht Rohrleitungen transportiert werden. / Copyright:  WikiCommons: Joe Mabel
Neues US-Gesetz bringt brasilianische Produzenten von Biodiesel in die Klemme. Ethanol darf vor dem Import in die USA nicht Rohrleitungen transportiert werden. / Copyright:  WikiCommons: Joe Mabel

Neues US-Gesetz bringt brasilianische Produzenten von Biodiesel in die Klemme. Ethanol darf vor dem Import in die USA nicht Rohrleitungen transportiert werden. / Copyright: WikiCommons: Joe Mabel

Zwei neue Gesetzesverschärfungen der USA könnten brasilianische Exporte von Lebensmitteln und Ethanol in das nordamerikanische Land auf Schärfste treffen. Das neue US-Landwirtschaftsrecht sieht höhere Sicherheitsschranken für im Ausland gekaufte Produkte vor. Dazu gehören unverarbeitete Produkte wie Kaffeebohnen und Nüsse, sowie verarbeitete Lebensmittel wie Säfte und behandeltes Fleisch. Betroffen sind Exporte in Höhe von insgesamt vier Milliarden US-Dollar (rund drei Milliarden Euro) beziehungsweise 15 Prozent der Ausfuhren in die USA, Brasiliens zweitwichtigster Außenhandelspartner nach China.

Laut dem Gesetzestext wären ab nun die Importeure für die Lebensmittel verantwortlich. Im Sinne der Qualitätssicherung hätten sie das Recht Inspektionen vor Ort im Ausland durchzuführen. Die Sorge der brasilianischen Produzenten ist, dass die zusätzlichen Kosten für die Kontrolle auf die Exporteure umgelagert werden, wodurch der Gewinn zurückginge. Ebenso wird befürchtet, dass die US-Importeure in Zukunft auf einheimische Erzeugnisse zurückgreifen könnten, um Kosten zu sparen. Von den Gesetzesverschärfungen wären rund 80 Prozent der brasilianischen Exporte aus diesem Segment betroffen. Diese summierten im vergangenen Jahr einen Wert von 2,5 Milliarden US-Dollar (rund 1,9 Milliarden Euro).

Ähnliche Befürchtungen hegen die Produzenten von Ethanol. Im Juni dieses Jahres hatte die US-Umweltbehörde (Environmental Protection Agency, kurz: EPA) einen Gesetzesvorschlag eingebracht, der den Importeur dazu verpflichtet, die Biokraftstoffe bereits bei der Einfuhr zu bezahlen. Zudem solle der Kraftstoff, der im Herkunftsland durch Rohrleitungen und nicht durch einzeln gekennzeichnete Fässer oder Tanks befördert wurde, vom Import ausgeschlossen werden. Die US-Behörden argumentieren, dass auf diese Weise die Herkunft und Reinheit des Kraftstoffes nicht mehr zurückverfolgt werden können. Brasilianische Produzenten von Ethanol hatten zuletzt auf die Pipelines gesetzt um die langen Transportwege zu überwinden. Rund 70 Prozent der brasilianischen Ethanolexporte im Werte von 2,2 Milliarden US-Dollar (circa 1,65 Milliarden Euro) gehen derzeit in die USA. (ms)