Journalisten in Brasilien erfahren noch immer Enschränkungen bei ihrer Arbeit. / Copyright: Agência Brasil
Journalisten in Brasilien erfahren noch immer Enschränkungen bei ihrer Arbeit. / Copyright: Agência Brasil

Journalisten in Brasilien erfahren noch immer Enschränkungen bei ihrer Arbeit. / Copyright: Agência Brasil

Vertreter von Organisationen von Journalisten trafen sich vergangenen Dienstag (19.03.) in der Hauptstadt Brasília zur Gründung einer Arbeitsgruppe zum Schutz der Menschenrechte von Journalisten. Denn während Übergriffe auf Journalisten im letzten Jahr zunahmen, würden die Täter häufig nicht verfolgt, so Maria José Braga von der Bundesvereinigung der Journalisten (Federação Nacional dos Jornalistas). Bis zum Oktober des vergangenen Jahres wurden in Brasilien zwei Morde, dreizehn Übergriffe, fünf Bedrohungen und acht juristische Sanktionen gegen Journalisten registriert, wie aus einem Bericht der Nationalen Vereinigung der Zeitungen (Associação Nacional de Jornais) hervorgeht.

Auf dem Treffen wurden nun die Einrichtung und die Aufgaben der Arbeitsgruppe zur Untersuchung von Verbrechen gegen Journalisten diskutiert und festgelegt. Innerhalb eines halben Jahres soll die Arbeitsgruppe Anzeigen wegen Bedrohungen gegen die Berufsausübung nachgehen. Insgesamt lägen 50 Fälle vor, die von Drohungen, Entführungen bis hin zu Mord reichten. Wie der Vertreter der Bundesvereinigung der Angestellten von Radio und Fernsehen (Federação Interestadual dos Trabalhadores de Radiodifusão e Televisão), José Antônio Jesus da Silva, bilanzierte, seien allein in den letzten Jahren zehn Fälle von Mord bekannt, die auf die Ausübung des Radiojournalismus zurückgingen.

Als wesentliches Mittel gegen die Verbrechen nannten die Anwesenden eine effizientere Strafverfolgung. Viele Verbrechen blieben unaufgeklärt und ungesühnt, weil die Täter häufig der Strafverfolgung entgingen. Dies wiederum liege teilweise an ungeklärten Zuständigkeiten seitens der Ermittlungsbehörden. Beispielsweise wenn eine Erpressung in einem Bundesstaat verübt, der betroffene Journalist aber in einem anderen Bundesstaat tätig ist. Die Zentralisierung der Ermittlungen auf Bundesebene solle helfen, die Gewalt gegen Journalisten und die Straflosigkeit zu verringern, wie Maria José Braga betonte. (ms)