Antennen in Araxá, Minas Gerais / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, Andrevruas

Antennen in Araxá, Minas Gerais / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, Andrevruas

Brasilianische Telekommunikations-Unternehmen haben sich zum Ziel gesetzt, die Anzahl an Antennen für Mobilfunk im Land in den nächsten fünf Jahren zu verdoppeln. Derzeit gäbe es in Brasilien 50.000 Stationen. Die Nationale Organisation der Festnetz- und Mobilfunktelefonie (Sindicato Nacional das Empresas de Telefonia Fixa e de Serviço Móvel Celular e Pessoal, kurz: SindiTelebrasil) möchte eine Anzahl von 100.000 Antennen erreichen, um die Bedürfnisse der Kunden beim Ausbau des Netzes in den nächsten Jahren befriedigen zu können.

Damit die erhöhte Anzahl an Antennen die Stadtbilder nicht „verschandele“, denken Eduardo Levy, Leiter der SindiTelebrasil, an eine Art Verkleidung der Vorrichtungen. Möglich wäre beispielsweise eine Fassade, die die Antennen umgibt und die bemalt werden könne.

Bezüglich Bedenken über die Gesundheit der Bevölkerung äußerte sich Levy, dass es laut Studien der Weltgesundheitsorganisation keinerlei Risiken gäbe. Außerdem existiere in Brasilien bereits ein Gesetz, das Grenzen setzt, wie stark Menschen elektromagnetischen Feldern ausgesetzt werden dürfen.

Der SindiTelebrasil wird somit dem Kommunikationsministerium in den nächsten Tagen Vorschläge über Gesetzesentwürfe weiterleiten, die alle Gesetze zur Installationen von Mobilfunkantennen im Land vereinheitlichen. Derzeit gäbe es 250 verschiedene Gesetze und Bestimmungen der Gemeinden, was die Bürokratie bei der Installation neuer Antennen erschwere.

Um die Vorgänge zu optimieren und dem raschen Wachstum des Sektors gerecht zu werden, solle durch Vereinheitlichung der Gesetze der Ausbau des Netzes schneller vonstattengehen.

Auch der brasilianische Kommunikationsminister Paulo Bernardo ist der Meinung, dass die unterschiedlichen Richtlinien der Gemeinden das Wachstum des Sektors behinderen. Die Unternehmen müssten in den nächsten Jahren sehr große Investitionen tätigen, um die Nachfrage nach hoher Qualität abdecken zu können und auch der Technik der vierten Mobilfunkgeneration (4G) gerecht zu werden.

Laut Bernardo arbeite das Kommunikationsministerium bereits an einem Gesetzesentwurf, der Regelungen im gesamten Land vereinheitlicht.

In Brasilien verzeichne man derzeit 245,2 Millionen Mobilfunkgeräte. Allein im letzten Jahr kamen 39 Millionen neue Nutzer hinzu. (ds)