Der VW-Konzern erlebt derzeit in Südamerika und in Brasilien im Besonderen einen massiven Verkaufsrückgang. / Copyright: Wikimedia Commons, High-Contrast Neue Unterlagen der Wahrheitskommission belegen die Zusammenarbeit von VW und dem Militärregime Anfang der 80er Jahre in Brasilien. / Copyright WikiCommons Autor: High Contrast

Der Volkswagenkonzern verliert auf dem brasilianischen Markt mit seinen Marken VW, Audi oder Scania zunehmend an Gewicht. Wie der Konzern mitteilte, seien seit Jahresbeginn rund 178.000 Fahrzeuge verkauft worden. Dies bedeutet einen Rückgang von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie die Zeitung Valor Econômico in ihrer Wochenendausgabe berichtet.

Der negative Verkaufstrend sei jedoch in ganz Südamerika zu beobachten. In der Region habe Volkswagen 23,3 Prozent weniger abgesetzt als zuvor. „Die Situation auf den Märkten in Südamerika und in Russland ist weiter angespannt. Die Ereignisse in Europa laufen positiv“, so Vorstandsmitglied Christian Klinger. In Russland sei der Rückgang mit 40,8 Prozent jedoch noch drastischer gewesen, bestätigte Klinger.

Die aktuellen Zahlen für den Monat Mai bestätigen die schlechte Verkaufslage, in der der Konzern seit einiger Zeit steckt. Wie das Handelsblatt zuletzt berichtete, ist der Marktanteil von VW in Brasilien von 25 Prozent im Jahr 2004 auf nun rund 15 Prozent gesunken. Der Konzern habe es vor allem versäumt, sein Angebot grundlegend zu erneuern. Dies zeige sich daran, dass die Verkaufszahlen des Gol – 27 Jahre das meist verkaufte Auto im Land – seit Beginn 2015 bis Mai um mehr als 50 Prozent auf 38.000 Stück einbrachen, berichtet das Handelsblatt.

Bereits im März dieses Jahres hatte VW wegen der schlechten Nachfrage Teile seiner Belegschaft in den Zwangsurlaub geschickt. Mehr als 250 Mitarbeiter aus dem Werk Taubaté im Bundesstaat São Paulo, in dem die VW-Modelle Up!, Gol und Voyage produziert werden, mussten in die Arbeitspause gehen (BrasilNews berichtete, 17.3.15). (ms)

Quelle: Valor Econômico und Handelsblatt