Durch kaputte Rohrleitungssysteme wie hier am Stadtrand der Hauptstadt Brasília gehen 37 Prozent des Trinkwassers in Brasilien verloren. / Copyright: Agência Brasil
Durch kaputte Rohrleitungssysteme wie hier am Stadtrand der Hauptstadt Brasília gehen 37 Prozent des Trinkwassers in Brasilien verloren. / Copyright: Agência Brasil

Durch kaputte Rohrleitungssysteme wie hier am Stadtrand der Hauptstadt Brasília gehen 37 Prozent des Trinkwassers in Brasilien verloren. / Copyright: Agência Brasil

Inmitten einer der schwersten Wasserkrisen der letzten Jahre belegt eine neue Studie der Regierung, dass nicht nur die ausbleibenden Niederschläge für die Wasserknappheit verantwortlich sind. Vielmehr trage auch das marode Leitungssystem zu dem Problem bei. Laut der Studie erreichten 37 Prozent des aufbereiteten Wassers nie die Haushalte, wie die Zeitung Folha de São Paulo berichtet (21.1.).

Das Trinkwasser werde vor allem durch Fehler im Leitungssystem vergeudet. Hinzu kämen jedoch auch Betrug und illegale Ableitungen als Ursachen für den Wasserverlust, wie aus dem im Dezember 2014 fertig- und nun vorgestellten Bericht des Ministeriums für Städte hervorgeht. Ebenso belegten die Zahlen des letzten Jahres einen Anstieg des Pro-Kopf-Verbrauchs, so die Zeitung.

In absoluten Zahlen entspräche das Volumen des verlorenen Trinkwassers genau der Produktion des Stausees Cantareira im Nordosten São Paulos, der rund 6,5 Millionen Einwohner versorgt. Durch die Dürreperiode sei dieser am Dienstag (20.01.) auf ein Niveau von 5,6 Prozent seines Speichervolumens gefallen.

Zwar seien sich die lokalen und regionalen Wasserversorgungsunternehmen dem Problem bewusst. Vielerorts fehlten jedoch die nötigen Ressourcen, um Rohre und Verteilersysteme auszuwechseln. Gleichwohl der Wasserverlust im Gegensatz zum Jahr 2008 mit 41,1Prozent gesunken sei, ist der im Vergleich zu westeuropäischen Ländern nach wie vor extrem hoch. Wie die Folha schreibt gingen beispielsweise in deutschen Städten sieben Prozent des Trinkwassers auf dem Weg zum Verbraucher verloren. (ms)

Quelle: Folha de S.Paulo