Die Verschuldung privater Haushalte ist zuletzt merklich gestiegen. / Copyright: Agência Brasil Real-Moeda Nacional

Die Privatverschuldung hat im letzten Quartal deutlich zugenommen. Nach einem Bericht der Zeitung O Estado de S. Paulo ist die Zahlungsunfähigkeit privater Haushalte im Juni um 5,9 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres beträgt die Steigerung sogar 23,4 Prozent. Der Vergleich des ersten Quartals legt eine Zunahme der Zahlungsunfähigkeit von 16,4 Prozent offen. Dies ist die höchste Rate seit drei Jahren, schreibt die Zeitung unter Berufung auf eine Analyse des Finanzberaterungsunternehmens Serasa Experian.

Ursächlich für den neuen Verschuldungsschub sind laut Serasa die steigende Inflation, der Anstieg der Zinsen und eine steigende Arbeitslosigkeit. Die Inflation nagt an der Kaufkraft, während die gestiegenen Zinsen die Schulden zusätzlich verteuern und durch Arbeitslosigkeit die Haupteinnahmequelle weg fällt.

Den Hauptanteil des jüngsten Anstiegs trugen dabei keineswegs die Schulden bei Banken oder Wertpapierfonds. Hier sind die Schulden durchschnittlich um 2,5 Prozent beziehungsweise um 4,7 Prozent angestiegen. Stattdessen haben Kreditkarten, die Verschuldung im Einzelhandel und Dienstleistungen wie Telefonie oder Energieversorgung mit einem Zuwachs von 10,2 Prozent von Mai bis Juni zur Überschuldung privater Haushalte beigetragen, so der Estadão.

Im gesamten ersten Quartal 2015 hat der Durchschnittswert der nicht-bankenbezogenen Schulden um 24,6 Prozent zugelegt und ist auf 402,61 Prozent gestiegen. Die Verschuldung bei Banken ist nur um 0,9 Prozent gestiegen und beträgt aktuell 1.277 Reais (circa 370 Euro), wie die Zeitung berichtet. Der monatliche Mindestlohn liegt derzeit bei 788 Reais (rund 280 Euro). (ms)

Quelle: O Estado de S. Paulo