Buchmesse Frankfurt - der Brasilien-Stand in der Vergangenheit. Diesmal bekommt Brasilien einen Pavillon. / Copyright: Embaixada e Consulados Gerais da Alemanha no Brasil - Divulgacao

Buchmesse Frankfurt – der Brasilien-Stand in der Vergangenheit. Diesmal bekommt Brasilien einen Pavillon. / Copyright: Embaixada e Consulados Gerais da Alemanha no Brasil – Divulgacao

Gut drei Wochen vor Beginn der Frankfurter Buchmesse mit Brasilien als Gastland zeigt sich, dass die drei Jahre Vorbereitungszeit für den „Ehrengast“ nicht genug gewesen seien, wie die Tageszeitung Folha São Paulo vergangenen Dienstag (17.09.) schreibt. Wie berichtet wird, habe das für die Vorbereitung zuständige brasilianische Konsulat in Frankfurt am Main erst jetzt die für den Messebetrieb erforderlichen Dienstleistungen ausgeschrieben. Bisher ungeklärt ist demnach die Unterkunft der brasilianischen Delegation. Ebenso wurden noch keine Dolmetscher oder Transportdienstleister engagiert. Eine mit der Pressearbeit beauftragte Frankfurter Agentur arbeitet seit Monaten irregulär auf Vorkasse.

Während einige Posten noch vollkommen ungeklärt sind, seien an anderer Stelle Vereinbarungen seitens des brasilianischen Konsulats ohne rechtliche Handhabe eingegangen worden. Beispielsweise habe Brasilien bereits ein Hotel reserviert. Bei einer Größenordnung von rund 53 Betten sei dies jedoch nicht ohne Ausschreibung möglich. Auch das Engagement der Agentur für die Pressearbeit sei nicht rechtens. Die Ausgaben für diese Dienstleistungen sind auf 2,9 Millionen Reais (etwa 960.000 Euro) veranschlagt. Insgesamt hat Brasilien für seinen Auftritt als Ehrengast der Buchmesse 18,9 Millionen Reais (etwa 6,3 Millionen Euro) bereitgestellt.

Gleichwohl also bestimmte Dienstleister bereits beauftragt sind, wurden diese Aufgaben jetzt noch einmal ausgeschrieben. Innerhalb einer Woche hätten also Hotels, Dolmetscher und Agenturen Zeit sich zu bewerben. Da die Unterkunft von 53 Zimmern für ein mindestens doppelt so großes Team aber nicht reicht, müssen jetzt noch weitere Übernachtungsmöglichkeiten gefunden werden. Es gilt aber als ausgeschlossen, dass so kurz vor Messebeginn ein Hotel noch viele Zimmer frei habe. „Das kann man vergessen, ohne Reservierung ist es unmöglich“, wird Natalia Zaragoza von Friends Touristik in der Folha zitiert. (ms)