Seit gestern schirmen das brasilianischen Heer und Marine das Hotel in Rio de Janeiro ab, an dem heute die Versteigerung des Ölfeldes Campo de Libra stattfindet. CopyrightTânia Rêgo Agência Brasil
Seit gestern schirmen das brasilianischen Heer und Marine das Hotel in Rio de Janeiro ab, an dem heute die Versteigerung des Ölfeldes Campo de Libra stattfindet. CopyrightTânia Rêgo Agência Brasil

Seit gestern schirmen das brasilianischen Heer und Marine das Hotel in Rio de Janeiro ab, in dem heute die Versteigerung des Ölfeldes Campo de Libra stattfindet. CopyrightTânia Rêgo Agência Brasil

Am heutigen Montag (21.10.) findet in Rio de Janeiro die Versteigerung der Bohr-Konzessionen für Brasiliens größtes Erdölfeld, dem Campo de Libra in der Region des Pré-Sal vor der Küste von Santos, statt. Um für die Sicherheit während der Versteigerung zu sorgen, bezogen am gestrigen Sonntag das brasilianische Militär und die Marine Stellung vor dem Hotelkomplex sowie im angrenzenden Stadtteil Barra da Tijuca. Rund 1.100 Angehörige der Sicherheitsorgane sollen die Versteigerung gegen Proteste schützen.

Zum einen werden die Arbeiter der Erdölindustrie versuchen, bis vor das Gelände zu gelangen. Sie streiken seit vergangenem Donnerstag (17.10.). Wie die Gewerkschaft der Erdölarbeiter (Federação Única dos Petroleiros, kurz: FUP) bekannt gab, kam es bis zum Samstag auf 43 Förderanlagen zu Arbeitsniederlegungen. Bei einem Großteil kam es zum Stillstand der Produktion. Die Arbeiter fordern eine Lohnerhöhung von  16,53 Prozent. Die  Petrobrás bietet momentan 7,68 Prozent. Zum anderen protestieren sie gegen den Verkauf der Förderrechte an ausländische Erdölkonzerne. Zwar schreiben die Konzessionen vor, dass die Petrobrás im Rahmen einer Kooperation mit 30 Prozent an Förderung und Produktion beteiligt sein soll. Dennoch befürchten die Arbeiter zukünftig einen Arbeitsverlust. Zudem werden große Demonstrationen weiterer sozialer Bewegungen und Studentengruppen erwartet.

Die Bewerbungsfrist für die Teilnahme an der Versteigerung endete am 17.09.2013. Das Echo war unerwartet gering ausgefallen, denn nur elf Konzerne hatten sich für die heutige Versteigerung beworben (BrasilNews berichtete, 18.09.2013). Unter den Bewerbern sind keine US-amerikanischen, britischen oder brasilianischen Erdölproduzierenden Konsortien. Wie aus Medienberichten bekannt wurde, sei die Größe der Investitionen für das Ölfeld zu abschreckend gewesen. Die Reserven im Feld Libra werden auf bis zu 12 Milliarden Barril geschätzt. Die Förderung mache einen Einsatz von voraussichtlich 17 Bohrinseln notwendig und werfe erst in sechs Jahren einen Gewinn ab, wie die brasilianische Bundesagentur für Erdöl (Agência Nacional do Petróleo, kurz: ANP) schätzt. (ms)