Verspätung der Bauarbeiten zu Windrädern, Wasserkraft- und Thermikanlagen können zu deutlichen Mehrkosten führen. / Copyright: Wikimedia Commons, Philipp Hertzog
Verspätung der Bauarbeiten zu Windrädern, Wasserkraft- und Thermikanlagen können zu deutlichen Mehrkosten führen. / Copyright: Wikimedia Commons, Philipp Hertzog

Verspätung der Bauarbeiten zu Windrädern, Wasserkraft- und Thermikanlagen können zu deutlichen Mehrkosten führen. / Copyright: Wikimedia Commons, Philipp Hertzog

Brasilien rüstet auf in Sachen erneuerbarer Energie: Im Land entstehen neue Wasserkraftanlagen, thermische Anlagen sowie Windkrafträder. Allerdings verzögern sich die Bauarbeiten erheblich, wie ein Bericht des Bundesrechnungshofes TCU zeigt, der Bauarbeiten seit 2005 berücksichtigt und auch die Auswirkungen von vorherigen Verspätungen bei Projekten mit einschließt.

Demnach hat sich die Fertigstellung von fast 80 Prozent der Wasserkraftanlagen verspätet, bei den Windrädern sind es sogar 88 Prozent und bei den thermischen Anlagen 75 Prozent. Der Betriebsbericht über das brasilianische Stromsystem liefert eine Analyse über die Erfüllung und den Ablauf von Zeitplänen, damit Bauarbeiten zur Energiegewinnung und -übertragung im Land korrekt ablaufen.

Als Gründe für die Verzögerungen listet der Bericht Umweltfragen und fehlende Studien darüber, welche Bauarbeitszeiten tatsächlich für die jeweilige Anlage nötig ist. „Das erste fundamentale Element ist die Zeit, die der Ingenieur für ein Bauprojekt braucht. Wenn es um ein großes Wasserkraftwerk geht, können die Arbeiten drei Jahre dauern. Wenn man aber zwei Jahre für die Fertigstellung angibt, ist klar, dass sich die Bauarbeiten verspäten“, erklärt der Berichterstatter des TCU.

Ein anderer Grund für eine Verzögerung ist, dass es keine Datenbank gibt, die es dem Ministerium für Bergbau und Energie erlaubt die Bauarbeiten zu begleiten. „Heute ist es sehr schwierig herauszufinden, welche Bauarbeiten sich wohl verzögern werden. Beispielsweise ist es unmöglich festzustellen, welche Projekte zur Übertragung fertig gestellt sein sollten, um den Betrieb zu genehmigen.“

Die möglichen Folge: Es fehlt an Energie im System, was wiederum Auswirkungen auf den Strompreis für die Verbraucher hat. Laut dem Bericht gab es elf Fälle, deren Verspätung zu Mehrkosten zwischen 2009 und 2013 von acht Milliarden Reais geführt haben. (ls)