Von den rund 142,8 Millionen Wählern, die bei der Wahl in diesem Jahr teilgenommen haben, gingen nur 112.600.000 zu den Urnen. / Copyright: Agência Brasil
Von den rund 142,8 Millionen Wählern, die bei der Wahl in diesem Jahr teilgenommen haben, gingen nur 112.600.000 zu den Urnen. / Copyright: Agência Brasil

Von den rund 142,8 Millionen Wählern, die bei der Wahl in diesem Jahr teilgenommen haben, gingen nur 112.600.000 zu den Urnen. / Copyright: Agência Brasil

Der Anteil der Enthaltungen beim zweiten Wahldurchgang um den Präsidentenposten, das heißt der Anteil der ungültigen und leeren Stimmzettel, liegt nahe den Werten, die bei früheren Präsidentschaftswahlen registriert wurden, die erst im zweiten Durchgang entschieden wurden. Ungültige Stimmen abzugeben oder ganz von der Wahl wegzubleiben ist ein Weg für viele Wähler, ihre Unzufriedenheit gegenüber den Kandidaten und dem gesamten Wahlprozess zu zeigen.

Wellington Dantas Feitosa, ein 45-jähriger Sportlehrer, weigerte sich bei der Wahl um Dilma Rousseff und Aécio Neves sogar an beiden Wahldurchgängen teilzunehmen. „Von den zur Wahl stehenden Kandidaten hat nicht einer meine Stimme verdient. Weder von den Kandidaten für den Präsidentschaftsposten, noch für Abgeordnete, Senatoren oder Gouverneure. Deshalb habe ich mich entschieden, nicht wählen zu gehen“, sagte er der brasilianischen Nachrichtenagentur Agência Brasil.

Bruno Margini, 46 Jahre, Teilhaber am Verlag Tribo, hat noch nie seine Stimme bei einer Wahl abgegeben. „Die wenigen Male, die ich zum Wahllokal gegangen bin, habe ich einen leeren Stimmzettel abgegeben, weil ich nicht an die Makropolitik glaube und weil ich denke, dass es nicht lohnt Erwartung zu schüren, dass die Stimmabgabe für Posten wie den des Präsidenten und Gouverneurs tatsächlich zu einer politischen Wende führen kann“, argumentiert er.

Sowohl Margini als auch Feitosa sind ein Teil der Wählerschaft, der sich seit den Wahlen 2002 fast stabil hält. Von den rund 142,8 Millionen Wählern, die bei der Wahl in diesem Jahr teilgenommen haben, gingen nur 112.600.000 zu den Urnen. Das bedeutet, dass 30,1 Mio. (oder 21,1 Prozent) sich der Stimme enthielten. Unter denen, die zu den Urnen gingen, gaben 1,9 Millionen Wähler (1,34 Prozent) einen leeren Stimmzettel ab und 5,2 Mio. (3,64 Prozent) haben ihre Stimme annulliert. (ls)