Der Tourismusmininster Gastão Viera beim Programm Bom Dia, Ministro / Copyright: Agência Brasil
Der Tourismusmininster Gastão Viera beim Programm Bom Dia, Ministro / Copyright: Agência Brasil

Der Tourismusmininster Gastão Viera beim Programm Bom Dia, Ministro / Copyright: Agência Brasil

Beim gestrigen Radiointerview Bom Dia, Ministro („Guten Tag, Minister“) sprach der brasilianische Tourismusminister Gastão Viera über die Situation der Preise in der Tourismusbranche im Land. Die Lage sei besorgniserregend, denn im Vergleich mit anderen Ländern, würden die Preise in Brasilien als relativ hoch erachtet werden. Aus diesem Grund wolle Viera den Unternehmern deutlich machen, wie wichtig „angemessene“ Preise seien, vor allem im Hotelgewerbe. Denn auch nach den sportlichen Hochveranstaltungen sollen die Tourismusaktivitäten entsprechend aufrechterhalten werden.

„Einen hohen Preis anzubieten, um diesen danach herunterhandeln zu können, scheint mir nicht die beste Praxis für ein Land zu sein, das sich als touristischer Zielort etablieren möchte. Vor allem hinsichtlich der bevorstehenden Fußball-WM sollten sich die Unternehmer dies ins Bewusstsein rufen, denn dann werden schätzungsweise 600.000 Ausländer Brasilien besuchen. Bezüglich des Konföderationen-Pokals, der am 15. Juni beginnen wird, äußerte sich der Minister, dass dieses Ereignis mehr Brasilianer anziehen werde als Touristen aus anderen Ländern.

Im Februar hatte man feststellen können, dass die Preise in den Hotels beachtlich anstiegen. Unternehmer der Hotelbranchen unterzeichneten schließlich ein Abkommen zur Zusammenarbeit mit der Regierung, damit die Tarife aneinander angepasst werden können. Bei der Vertagsunterzeichnung versprachen sie weiterhin, dass die sportlichen Veranstaltungen nicht als Anlass zur unrechtmäßigen Preiserhöhung genommen werden dürfen. Auch würde ein Missbrauch das Ziel des neuen Tourismusplans (Plano Nacional do Turismo) beeinträchtigen, der vergangenen Freitag (24.05.) von der Regierung bekanntgegeben wurde. Brasilien solle sich bis 2022 zur drittgrößten Wirtschaftsmacht weltweit entwickeln und nur noch hinter China und den Vereinigten Staaten stehen. Momentan läge Brasilien auf dem sechsten Platz.

Viera sei aber positiv gestimmt und glaube an die Dynamik der brasilianischen Wirtschaft, um dieses Ziel erreichen zu können, denn dafür sei ein Wachstum von durchschnittlich mehr als acht Prozent erforderlich. „Wer hätte noch vor zehn Jahren gedacht, dass Brasilien einmal führendes Land in der Agrarindustrie, dem Fleischexport und Sojaexport sein würde? Das ist genau diese Dynamik der brasilianischen Wirtschaft, an die wir glauben.“ (ds)