Der Koordinator der Konferenz Rio+20, Brice Lalonde, hier beim Nachhaltigkeitsforum / Copyright: Agência Brasil

Der Koordinator der Konferenz Rio+20, Brice Lalonde / Copyright: Agência Brasil

Der Koordinator der Konferenz Rio+20, der Franzose Brice Lalonde, äußerte sich gestern (18.08.) in Rio de Janeiro, dass der dort im Juni nächsten Jahres stattfindende Gipfel nicht dazu diene, über die gegenwärtige Situation der Welt zu klagen. Ihm zufolge sei es eine Konferenz der jungen Bevölkerung, insbesondere derer, die aus den Schwellenländern stammen. Dabei werde Brasilien eine wichtige Rolle spielen.

Rio+20 ist bereits das dritte Gipfeltreffen, bei dem verschiedene Nationen gemeinsam Strategien entwickeln, um die Nachhaltigkeit der Erde zu sichern. Erstmals fand die von den Vereinten Nationen initiierte Konferenz (Rio-92, auch Eco-92) im Jahr 1992 statt.

Laut Lalonde, der bereits das französische Umweltministerium leitete, sei die Situation der beteiligten Staaten heute, 20 Jahre nach Rio-92, eine andere. Demnach gäbe es neue Akteure, eine neue Welt und eine neue Machtverteilung, die sich zugunsten Brasiliens entwickelt habe. ,,Wir brauchen Brasiliens Führung, denn wir sehen den Erfolg des Landes in verschiedenen Bereichen wie Wirtschaft, soziale Solidarität und hoffentlich auch im Umweltschutz“, erklärte der Koordinator der Konferenz Rio+20.

Als zentrale Themen nannte Brice Lalonde die Bekämpfung des Hungers, den Anstieg der Weltbevölkerung und die Problematik, dass mehr als eine Milliarde Menschen weltweit am Rande der Armut leben. Außerdem wird die Frage der Energienutzung die Diskussionen bestimmen.

Der ehemalige französische Umweltminister mahnte zudem, dass die Verantwortung nicht allein bei den Regierungen liegen könne. Auch Unternehmen und die Zivilgesellschaft stünden in der Pflicht zu handeln. Lalonde ist noch bis zum kommenden Dienstag in Brasilien und trifft sich mit Vertretern der Regierung und der brasilianischen Zivilgesellschaft, um die Konferenz im folgenden Jahr vorzubereiten. (gp)