Laut Wirtschaftswissenschaftler kann nur noch eine Investition in die Infrastruktur das Wirtschaftswachstum Brasiliens retten. / Wikimedia Commons, Mario Roberto Duran Ortiz Mariordo
Laut Wirtschaftswissenschaftler kann nur noch eine Investition in die Infrastruktur das Wirtschaftswachstum Brasiliens retten. / Wikimedia Commons, Mario Roberto Duran Ortiz Mariordo

Laut Wirtschaftswissenschaftler kann nur noch eine Investition in die Infrastruktur das Wirtschaftswachstum Brasiliens retten. / Wikimedia Commons, Mario Roberto Duran Ortiz Mariordo

Für den Präsidenten des Verbands der Wirtschaftswissenschaftler von Brasilien (OEB), Manuel Enriquez Garcia, ist das aktuelle Ergebnis des Bruttoinlandsprodukts von 0,2 Prozent, wie es am vergangenen Freitag veröffentlicht wurde, nicht anders zu erwarten gewesen. Dieses „schwache Wachstum“ deutet für ihn außerdem stark daraufhin, dass die Schätzung des Finanzmarktes von einem Wachstum von 1,65 Prozent für das Jahr 2014 nicht erreicht werden könnte. Laut Garcia wäre es nötig, dass im aktuellen Quartal, vor allem in der zweiten Jahreshälfte, die Regierung Maßnahmen ergreift, um das Wachstum den BIP wieder anzutreiben, mindestens um 1,5 Prozent.

„Schon dieses Ziel wird schwer zu erreichen sein. Allerdings haben wir immer noch Zeit, die Regierung hat immer noch wirtschaftspolitische Möglichkeiten, das Wirtschaftswachstum aufrecht zu halten und einen Wert nahe 1,6 Prozent zu erreichen“, sagte der Präsident gegenüber der brasilianischen Nachrichtenagentur Agência Brasil.

In seiner Analyse weist Garcia daraufhin, dass derzeit noch Maßnahmen für den Automobil-Sektor und eine Entlastung für verschiedene andere Industriesektoren inkraft seien. Im Fall eines Wirtschaftswachstums, so Garcia, sei damit immer noch ein gewisser Atemzug möglich, viel könne damit allerdings nicht mehr erreicht werden. Eine Alternative, so glaubt er, müsste ein Plan sein, der den Infrastruktur-Sektor unterstützt.

Garcia zufolge sollte es hier zwei Maßnahmen geben. Zum einen müsse für eine kurze Zeit mehr Geld in den Infrastruktur-Sektor gesteckt werden – Ausgaben, die bislang in anderen Wirtschaftsbereichen verpulvert würden. Auf lange Sicht müsse der Sektor auf natürliche Weise dazu gebracht werden, dass sie die Produktivität der brasilianischen Wirtschaft insgesamt erhöht.

Garcia gibt zu, wie es auch der brasilianische Finanzminister Guido Mantega schon erklärt hatte, dass die weltweite Wirtschaftskrise mit einem schwachen Wirtschaftswachstum nicht vor Brasilien halt gemacht und sich ebenfalls negativ auf das Wachstum in Brasilien ausgewirkt habe. So sind für Garcia die Aussichten auf die Handelsbilanz bis zum Jahresende 2014 sehr schlecht. (ls)