Logo der Rio+20, UN-Konferenz zu nachhaltiger Entwicklung / Copyright: Vereinte Nationen

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Auf dem Treffen der interamerikanischen Entwicklungsbank (Banco Interamericano de Desenvolvimento, kurz: BID) hat die brasilianische Regierung gestern (18.03.) vorgeschlagen, die Millenium-Entwicklungsziele (Millenium Development Goals, kurz: MDGs) durch zusätzliche nachhaltige Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, kurz: SDGs) auf der globalen Entwicklungsagenda zu erweitern. Nach Angaben der brasilianischen Ministerin für Planung, Miriam Belchior, traf dieser Vorschlag bei dem Treffen der BID auf eine sehr positives Resonanz durch die teilnehmenden Länder.

Der Entwurf Brasiliens sieht vor, dass die neuen Nachhaltigkeitsziele nicht verpflichtend und keinen Sanktionscharakter haben sollen. Vielmehr geht es darum, zumindest in dem präsentierten ersten Entwurf, durch die Diskussion und die Formulierung der Ziele das Thema auf die internationale Politikagenda zu setzen. Auch zielt der Vorschlag Brasiliens in Richtung der Industrieländer. Die bisherigen MDGs waren von den Vereinten Nationen hauptsächlich in Richtung der so genannten Entwicklungsländer formuliert worden. Anders als bei den MDGs, bei denen Armutsreduktion, Kindersterblichkeit und andere soziale Indikatoren für die Messung von „Entwicklung“ angelegt werden, soll es bei den nun präsentierten SDGs um eher technische Indikatoren zur Messung von Umweltfragen gehen.

Die Regierung Brasiliens möchte diesen Vorschlag beim anstehenden Rio+20-Gipfel im Juni 2012 präsentieren und mit den entsprechenden Ländervertretern diskutieren. Allerdings gab es bereits beim Treffen der BID erste Vorbehalte gegen den Vorstoß Brasiliens. Vor allem die Frage der Finanzierbarkeit der Nachhaltigkeitsziele war nach der Präsentation des Vorschlags ein zentraler Aspekt in der Diskussion. (mas)